Das letzte Bild, das den Fans des 1. FC Union Berlin bislang von Marin Ljubicic geblieben ist, weckt schöne Erinnerungen. Beim 1:1 in Augsburg wurde der Stürmer kurz vor Schluss eingewechselt. In der Schlussminute traf er in Unterzahl – Derrick Köhn hatte zuvor die Rote Karte gesehen – zum Ausgleich und rettete den Köpenickern damit einen wichtigen Zähler. Beim darauffolgenden Spiel in Stuttgart (1:1) saß er 90 Minuten auf der Bank, bei der 0:3-Heimniederlage gegen Borussia Dortmund fehlte er im Kader.
Sein Last-minute-Treffer brachte die Verantwortlichen um Manager Horst Heldt hinsichtlich einer Leihe des kroatischen Angreifers allerdings nicht zum Umdenken. Kurz vor Schließung des Winter-Transferfensters schloss Ljubicic sich Zweitligist Fortuna Düsseldorf an, sollte seine neuen Teamkollegen dabei einerseits im Kampf um den Klassenerhalt unterstützen, andererseits wichtige Spielpraxis sammeln, um im Sommer gestärkt zu Union zurückzukehren.
Die Realität sieht momentan aber anders aus. Der 23-Jährige hat das Fortuna-Trikot bislang noch nicht getragen, die Partien gegen Paderborn, in Karlsruhe und gegen Münster verletzungsbedingt verpasst. Die Oberschenkelblessur, mit der er sich aktuell plagt, soll Ljubicic schon aus Berlin mit nach Düsseldorf gebracht haben. Das wirft im Umfeld Fragen auf.
Am Mittwoch sorgte nun ein Bericht der Bild-Zeitung für Aufsehen, die den Neuzugang als „Mogelpackung“ titulierte. Bereits im vergangenen Sommer hatte der Zweitligist, der eigentlich um den Aufstieg in die Bundesliga mitspielen sollte, zahlreiche Spieler verpflichtet, die ihren Vorschusslorbeeren nicht gerecht werden konnten. Sportvorstand Sven Mislintat hatte sich zur Ljubicic-Verpflichtung im Januar noch euphorisch geäußert: „Mit Marin gewinnen wir einen polyvalenten Offensivspieler, der sowohl selbst torgefährlich ist als auch Chancen für andere vorbereitet. Er bringt eine hohe Qualität mit, die unserem Spiel sofort weiterhilft.“
Steht Ljubicic am Wochenende in Darmstadt im Kader?
Diese Soforthilfe ist die Union-Leihgabe nun allerdings nicht. Zwar hat Düsseldorf die vergangenen drei Begegnungen nicht verloren, dabei fünf Punkte gesammelt und sich in der Tabelle auf Rang zwölf vorgearbeitet. Prekär bleibt die Situation bei nur zwei Zählern Vorsprung auf den Relegationsplatz aber trotzdem. Zudem stellt die Fortuna mit nur 20 Toren die schwächste Offensive der Liga, treffsichere Stürmer werden also dringend benötigt.


