Arbeitssieg

Die Union-Einzelkritik: Khedira wird zum Torjäger, Premiere für Kemlein

Beim 1:0-Sieg gegen Leverkusen überzeugt nicht nur Torschütze Rani Khedira. Die ausführliche Einzelkritik zum ersten Dreier in diesem Kalenderjahr.

Rani Khedira war mit seinem fünften Saisontor Matchwinner für den 1. FC Union Berlin gegen Leverkusen.
Rani Khedira war mit seinem fünften Saisontor Matchwinner für den 1. FC Union Berlin gegen Leverkusen.O. Behrendt/imago

Mit ganz viel Herz und Leidenschaft bis in die siebenminütige Nachspielzeit hinein zwingt der 1. FC Union Berlin Bayer Leverkusen in die Knie. Beim 1:0 (1:0) gegen den Champions-League-Teilnehmer weiß nicht nur Torschütze Rani Khedira zu gefallen. Die ausführliche Einzelkritik.

Herausragend

Kein Unioner.

Gut zu Fuß

Rani Khedira: Sein fünfter Saisontreffer war Ergebnis einer Energieleistung. So stümperhaft sich der Ex-Unioner Robert Andrich im Zweikampf verhielt, so energisch setzte der Vize-Kapitän nach, ließ nicht locker und überlupfte dann auch noch herrlich Bayer-Torhüter Janis Blaswich. Klingt komisch, aber Khedira führt die teaminterne Torjägerliste jetzt an.

András Schäfer (bis 85.): Steffen Baumgart stärkte mit der Hereinnahme des Ungarn das Zentrum, was sich als goldrichtig erwies. Die spielstarken Aleix Garcia und Ezequiel Fernández kamen kaum zur Entfaltung, auch weil Schäfer einen richtig guten Job machte. Gekrönt hätte er seinen starken Auftritt fast mit einem Tor, Blaswich war gegen den Flachschuss aufs kurze Eck allerdings auf dem Posten (32.). Fünf Minuten vor Schluss musste er mit Krämpfen vom Platz.

Frederik Rönnow: Kein Wackler im gesamten Spiel. Viele zwingende Gelegenheiten hatten die Gäste ehrlicherweise nicht, trotzdem war er zur Stelle, als Leopold Querfeld ihn bei einer Hereingabe fast auf dem falschen Fuß erwischt hätte (51.). Den Schuss von Malik Tillman hielt er mit dem Fuß (75.).

Aljoscha Kemlein: Beim 2:0-Auswärtssieg in Kiel war ihm in der Vorsaison sein erstes Pflichtspieltor für Union geglückt, jetzt verbuchte er seinen ersten Assist überhaupt. Sein langer Ball hätte Torschütze Rani Khedira aber wohl nicht gefunden, hätte sich Andrich nicht so einfach abkochen lassen. Abseits dieser Aktion ein solider Auftritt im Zentrum.

Danilho Doekhi: In genau dieser Form braucht ihn Union. Dass Leverkusens Offensive nie richtig auf Touren kam, lag auch an seiner kompromisslosen Zweikampfführung. Richtig stark, wie er den allein auf ihn zulaufenden Tillman so geschickt abdrängte, dass der sich im Strafraum nur noch mit einer Schwalbe zu helfen wusste (53.).

Mit Eifer dabei

Christopher Trimmel (ab 11.): Nach seiner frühen Einwechslung brauchte er keine Anlaufzeit, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Sinnbildlich, wie er dem halb so alten Christian Kofane bei einem aussichtsreichen Leverkusener Angriff den Ball abknöpfte (36.). Der Österreicher schmiss sich in jeden Zweikampf, als wäre es der letzte, war in den direkten Duellen obendrein sehr clever.

Stanley Nsoki: Der 26-Jährige hatte mächtig Glück, dass sein Ballverlust in Höhe der Mittellinie nach nicht einmal zwei Minuten folgenlos blieb. Nach wackligem Beginn steigerte er sich im Lauf der Partie.

Leopold Querfeld: In Hamburg bei zwei Gegentoren noch im Fokus, zeigte er sich diesmal formverbessert. In direkten Duellen mit Kofane war er meist Sieger, ansonsten behielt er in Momenten als freier Mann gut die Übersicht. Glück hatte er, als Frederik Rönnow ein mögliches Eigentor von ihm verhinderte (51.) und Leverkusen ein plumpes Foul von ihm kurz vor der Strafraumgrenze mit dem anschließenden Freistoß nicht ausnutzte (60.).

Derrick Köhn: Nicht jede Flanke konnte er auf der linken Schiene verhindern, allerdings war das bei der Vielzahl der Hereingaben quasi unmöglich. Dafür warf er sich mit allem, was er hatte, in die Angriffsbemühungen der Gäste. Offensiv konnte er selten für Entlastung sorgen.

Luft nach oben

Wooyeong Jeong (bis 70.): Vergangene Saison im Heimspiel gegen Leverkusen noch Torschütze, gelang dem Südkoreaner diesmal nicht viel. Wie schon in den zurückliegenden Wochen fehlte ihm das Durchsetzungsvermögen. Von den möglichen Ersatzkandidaten drängt sich aber eben auch niemand nachhaltig auf.

Andrej Ilic (bis 85.): Er schonte weder sich noch den Gegner, das bekam Andrich kurz vor dem Pausenpfiff zu spüren, als Ilic für seinen Armeinsatz die Gelbe Karte sah. Seine fünfte in der laufenden Saison, damit fehlt er am kommenden Wochenende in Gladbach gesperrt. Bei seiner einzigen Torchance schloss er per Kopf zu zentral ab (67.).

Unterdurchschnittlich

Kein Unioner.

Zu früh gegangen

Janik Haberer (bis 11.): Bei einem Foulspiel an Malik Tillman, für das er auch noch die Gelbe Karte sah, verletzte er sich so schwer, dass er gestützt von zwei Teambetreuern den Platz verlassen musste. Kapitän Christopher Trimmel kam für ihn.

Zu spät gekommen

Alex Král (ab 70.), Ilyas Ansah und Tim Skarke (beide ab 85.).