Beim 1:0 (0:0) in Freiburg feiert der 1. FC Union Berlin den zweiten Sieg in diesem Kalenderjahr. Garanten für den Dreier im Breisgau sind ein Joker und ein nervenstarker Debütant. Die ausführliche Einzelkritik!
Herausragend
Kein Unioner.
Gut zu Fuß
Matheo Raab: Im vergangenen Sommer vom Hamburger SV nach Köpenick gekommen, feierte Raab im Gastspiel in Freiburg sein Bundesliga-Debüt! Lange hatte der Schlussmann, der für den verletzten Frederik Rönnow zwischen die Pfosten rückte, nicht viel zu tun. Trotzdem strahlte er über die gesamte Spieldauer die nötige Ruhe aus. In der Nachspielzeit rückte er dann in den Fokus, als er sich erst bei einer Klärungsaktion an der Hand verletzte und dann ganz stark den Schuss des eingewechsselten Jan-Niklas Beste aus dem Eck wischte (90.+11).
Woo-yeong Jeong (ab 64.): Zum dritten Mal traf der Südkoreaner als Joker. Sein herrlicher Schlenzer ins lange Eck ließ in den Reihen der Gäste alle Dämme brechen. Oft kritisiert in den vergangenen Wochen, war er diesmal im entscheidenden Moment zur Stelle.
Danilho Doekhi: Im Giganto-Mammut-Duell mit Igor Matanovic behielt er fast immer die Oberhand. Die Luft anhalten mussten alle Union-Fans mit Blick auf den Niederländer lediglich in der Schlussphase, als er nach einem Zusammenprall mit seinem Gegenspieler minutenlang liegen blieb. Verarztet und mit einem Turban auf dem Kopf kehrte er kurz danach aber auf den Rasen zurück.
Mit Eifer dabei
Rani Khedira: Etwas unerwartet hatte Trainer Steffen Baumgart das System auf eine Viererkette umgestellt und den 32-Jährigen damit auf seiner Position vor der Abwehr gelassen. Weil Aljoscha Kemlein aber auf der Bank saß, hatte Khedira diesmal fast ausschließlich defensiv zu tun.
Derrick Köhn: Links in der Viererkette wusste er sich schon nach einer Viertelstunde nur mit einem Foulspiel gegen Johan Manzambi zu helfen. Gelb von Schiedsrichter Sven Jablonski war die Folge. Mit dieser Verwarnung vorbelastet, löste er alle weiteren Aufgaben fair und insgesamt auch ziemlich unaufgeregt.
Janik Haberer (bis 79.): Sein Block gegen den Schuss von Cyriaque Irié verhinderte nach 33 Minuten den wohl sicheren Rückstand. An früherer Wirkungsstätte scheute er keinen Zweikampf, war im Zentrum aber nicht immer handlungsschnell.
Stanley Nsoki: Sein öffnender Pass auf den Siegtorschützen lässt ihn in dieser Kategorie auftauchen. Defensiv präsentierte er sich als zweiter Innenverteidiger wie schon in der Vorwoche gegen Bremen arg wackelig.
Christopher Trimmel (bis 79.): Immer dann, wenn Ex-Hertha-Angreifer Derry Scherhant Tempo aufnahm, wurde es kompliziert für den Kapitän. Mit Glück und Geschick konnte er die Situationen meist so lösen, dass im Anschluss keine große Gefahr entstand.
Alex Král (ab 64.): Engagierter Auftritt nach seiner Einwechslung. Fünf Minuten nach seiner Hereinnahme schnupperte Union beim Schuss des Tschechen schon an der Führung.
Luft nach oben
Andrej Ilic: Dem jungen Bruno Ogbus setzte er rund um den gegnerischen Strafraum in intensiven Duellen immer wieder zu. So richtig in Szene setzen konnte sich Ilic, der in der Vorsaison in Freiburg noch zum Union-Sieg getroffen hatte, aber nicht. Ein Schuss ans Außennetz blieb seine gefährlichste Aktion (19.).
Livan Burcu (bis 88.): Ein ziemlich blasser Auftritt mit negativem Höhepunkt nach 72 Minuten. Einen Freistoß aus fast bester Position schoss er meterweit über das Freiburger Tor.
Tim Skarke (bis 64.): Seit dem torlosen Remis im Hinspiel hatte er nicht mehr in der Startelf gestanden. Über die rechte Seite sorgte er einmal mit einer verunglückten Flanke, die sich fast ins gegnerische Tor gesenkt hätte, für Aufsehen. Viel mehr war von ihm nicht zu sehen.
Ilyas Ansah (bis 64.): Den Kopf und die vielen Gedanken, die da herumkreisen, kann er schon lange nicht mehr ausschalten. Schon Ende der ersten Halbzeit haderte er sichtlich mit sich selbst, weil er immer wieder zu leicht den Ball verlor oder im gegnerischen Drittel die falsche Entscheidung traf.
Unterdurchschnittlich
Kein Unioner.
Zu spät gekommen


