Sportlich läuft es für Julian Ryerson in dieser Bundesliga-Saison so gut wie noch nie. In 21 Einsätzen hat der ehemalige Spieler des 1. FC Union Berlin bereits elf Tore von Borussia Dortmund vorbereitet, zwei weitere Vorlagen hat er zudem in der Champions League für seine Teamkollegen geliefert, einen Assist im DFB-Pokal verbucht. Höhepunkt war sicherlich der 4:0-Sieg am vorletzten Spieltag gegen Ex-Trainer Urs Fischer und den 1. FSV Mainz 05, bei dem der Norweger alle vier Dortmunder Tore vorbereitet hat.
Julian Ryerson ist für den BVB ein echtes Schnäppchen
Dass die Dortmunder im Januar 2023 gerade einmal fünf Millionen Euro für den Wechsel bezahlen mussten, klingt allerdings nicht erst seit dieser Saison nach einem perfekten Invest. Schon zum Zeitpunkt seines Abgangs aus Köpenick hatte der Marktwert des rechten Schienenspielers, der bereits auf den Zetteln englischer Klubs stehen soll, weit mehr als die Ablöse betragen – im Moment wird er laut transfermarkt.de mit 20 Millionen Euro beziffert und dürfte bei Leistungen wie der in Mainz noch weiter steigen.
Und auch beim 2:2-Unentschieden gegen RB Leipzig machte der norwegische Nationalspieler wieder auf sich aufmerksam. Dem 1:2-Anschluss, der am Ende ein Eigentor des Leipzigers Romulo war, ging einmal mehr ein Eckball des früheren Unioners voraus. Und dennoch war Ryerson nach dem Schlusspfiff stinksauer.
Nicht wegen seiner fünften Gelben Karte, wegen der er im nächsten Bundesliga-Spiel gegen den FC Bayern München gesperrt fehlen wird. Nein, ein nicht gegebener Elfmeter für den BVB kurz vor Ende der regulären Spielzeit nach einem vermeintlichen Foul an Karim Adeyemi verärgerte Ryerson so sehr, dass er nach dem Schlusspfiff in den Katakomben des Stadions lautstark auf Schiedsrichter Benjamin Brand schimpfte. „So eine Pussy. Der soll sich erklären. Wo ist er, kommt er gleich zum Interview?“, brüllte Ryerson lautstark und war außer Rand und Band.
Laut Informationen von Sport1 habe Ryerson das Gespräch mit Brand gesucht, der Schiedsrichter lehnte einen Dialog mit dem Norweger jedoch ab. Dafür erklärte sich der Schiedsrichter nach dem Spiel an anderer Stelle, begründete seinen ausgebliebenen Elfmeterpfiff so: „Adeyemi macht nur eine Bewegung nach links und stellt sein linkes Bein rein. Deswegen ist es für mich kein Foul und kein Elfmeter.“
Der VAR sah darin keine klare Fehlentscheidung und griff deshalb nicht korrigierend ein. Auf Dortmunder Seite hatte nicht nur Julian Ryerson da eine ganz andere Meinung. „Ein klarer Elfmeter. Dass man den nicht gibt, das ist für mich eine Frechheit, weil der trifft nur sein Bein. Das ist Wahnsinn für mich, das muss ein klarer Elfmeter sein“, sagte etwa Waldemar Anton.
Lothar Matthäus versteht Frust von Borussia Dortmund
Und auch der TV-Experte Lothar Matthäus bewertete die Szene bei TV-Sender Sky etwas anders: „Er schiebt seinen Körper davor, aber wenn der Schiedsrichter ihn pfeift, dann wird der VAR nicht eingreifen und wird den Elfmeter für Dortmund durchgehen lassen. Für mich war es ein Schlag in die Wade von Adeyemi. Das war ein Kontakt, der einen Elfmeterpfiff verdient hätte.“


