Gespräch

Lukas Rietzschel über Opfermythen: „Dem bösen Westen die Schuld zu geben, entlastet“

Was bleibt von den Ostdeutschen übrig, wenn man alle Fremdzuschreibungen und Selbstverklärungen weglässt? Lukas Rietzschel gibt mit seinem neuen Roman „Sanditz“ Antworten.

Lukas Rietzschel zu Besuch in Berlin.
Lukas Rietzschel zu Besuch in Berlin.Alexandra Polina

Über Ostdeutschland wird viel gesprochen, aber leider oft in festen Mustern. Doch hilft ein mit Helden- und Opfermythen gespicktes, verklärendes Selbstbild gegen Arroganz und abwertende Fremdzuschreibungen aus dem Westen? Dieser Kampf der Narrative prägt nach wie vor die politischen Debatten und die Medien. Ein Ausweg aus diesem Mechanismus könnte die Literatur sein. Der Schriftsteller Lukas Rietzschel versucht, sich diesen Zuschreibungen zu entziehen. Auch sein dritter Roman, benannt nach dem fiktiven Städtchen Sanditz, spielt in Sachsen, während und nach der DDR. Rietzschel gehört zu einer Vielzahl von Schriftstellern, die einen eigenen Ton suchen und selbstbestimmt erzählen wollen. Wir haben mit ihm telefoniert.

Berliner Zeitung

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