Weitere Proteste in Gießen: Die Aufmärsche gegen die Gründung der neuen AfD-Jugendorganisation nehmen weiter zu. Wie die Berliner Zeitung von Augenzeugen erfuhr, werden die Zufahrtsstraßen rund um die Messehalle, in der die AfD zusammengekommen ist, um mit der Unterstützung von Alice Weidel und Tino Chrupalla eine neue Jugendorganisation zu gründen, weiterhin von den Gegendemonstranten blockiert.
09:21 Der blaue Finger bleibt trotz mehrerer Stunden Fußmarsch motiviert und trifft an der Lahnparkstraße an der Unterführung B49 auf weitere Demonstrant:innen #gi2911 #NoAfd #Gießen pic.twitter.com/4V3A7G3Vdg
— Perspektive Online (@PerspektiveOn) November 29, 2025
Manche der Aktivisten nennen sich „Finger“ und teilen sich selbst nach den Farben grau, blau oder rot ein. Sie setzten unter anderem Pyrotechnik ein, um die AfD-Veranstaltung zu verhindern.
Des Weiteren haben Anti-AfD-Protestler aus umliegenden Wäldern alte Baumstämme und Zweigwerk herangeschleppt und damit die Straßen für heranfahrende Autos unpassierbar gemacht. Offensichtlich schien am Vormittag auch der designierte Chef der Jugendorganisation, Jean-Pascal Hohm, im deshalb entstandenen Verkehrschaos festzustecken, seine Ankunft jedenfalls verspätet sich immens. Noch gegen 12 Uhr ist unklar, wann Hohm die Messehalle erreichen wird.
13:45 Antifaschist:innen jetzt direkt hinter den Messehallen. Polizei setzt Wasserwerfer ein. #gi2911 #NoAfd #Gießen pic.twitter.com/NjjcVBYjYu
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Schon am frühen Morgen, so die Schilderung von Augenzeugen, saßen ein paar Dutzend Teilnehmer des Events an der Raststätte Dottenberg fest und kamen aufgrund der massiven Proteste nicht zu ihrem Ziel. Nach zehn Uhr soll die Polizei angeblich hunderte Delegierte außerhalb der üblichen Zufahrtsstraßen zur Messehalle geleitet haben.
Die Polizei selbst spricht von einer „aktiven Lage“, es gab zudem Berichte über Steinwürfe auf Einsatzkräfte und Versuche, die Barrikaden zu durchbrechen. Mit 5.000 bis 6.000 Einsatzkräften aus Hessen und anderen Bundesländern plant die Truppe einen der größten Einsätze der letzten Jahre.
Bislang hat sie kurzfristig schon Wasserwerfer eingesetzt, um beispielsweise eine Gruppe von rund 2.000 Anti-AfD-Demonstranten zur Aufgabe der Straßenblockade zu zwingen. Erst warnte die Polizei vor weiterer Eskalation, dann spitze sich die Lage innerhalb von knapp zwei Stunden zu.
13:30 Auch der goldene Finger ist weiter motiviert auf dem Weg zu den Messehallen #gi2911 #NoAfd #Gießen pic.twitter.com/BHiTta6qcE
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Gegen 13:30 Uhr wird der innere Sicherheitsbereich in nächster Nähe der Messehalle plötzlich von Demonstranten durchbrochen. Die Polizei hatte wenige Minuten zuvor eine Hundertschaft abgezogen. Anschließend setzt die Polizei Wasserwerfer ein. Parallel versuchen Protestler eine nahegelegene Brücke zu erklimmen, um sich in Richtung Messegelände zu bewegen.

