Das amerikanische Wall Street Journal übt scharfe Kritik an Deutschlands Energiepolitik: „Trotz Hunderter Milliarden Euro an Investitionen in Wind- und Solarenergie ist der Ökostrom-Anteil im ersten Quartal 2024 drastisch eingebrochen – von 56 auf 47 Prozent.“ Das renommierte Blatt mit Sitz in New York warnt sogar die eigenen Leser vor der deutschen Energiewende: „Die USA sollten daraus lernen“, heißt es in einem Meinungsbeitrag der Redaktionsleitung.
Obwohl Deutschland seit April 2024 weitere 872 Windräder installiert hat, sank die Windstrom-Produktion um 16 Prozent. Der Grund: eine anhaltende „Dunkelflaute“ – windstille, dunkle Wintermonate, in denen weder Wind- noch Solarenergie verlässlich produziert wurde. Selbst die Sonnenstunden im März konnte den Einbruch nicht ausgleichen. Das WSJ beruft sich in seiner Analyse auf jüngste Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW)
Warum setzt Deutschland nicht auf Kernenergie?
So schreibt die New Yorker Tageszeitung sehr deutlich: „Das bedeutet, dass erneuerbare Energien allein eine hochentwickelte Industriewirtschaft nicht mit Energie versorgen können“. Auch das politische Berlin merke dies allmählich, so das WSJ. Die zukünftige Regierungskoalition unter Friedrich Merz plane zwar 20 Gigawatt Gaskraftwerke als Backup – doch gleichzeitig soll der Ökostrom-Ausbau weitergehen.
„Viel Erfolg dabei!“, heißt es sarkastisch in dem Artikel. „Denn eine übermäßige Abhängigkeit von schwankenden erneuerbaren Energien macht den Betrieb von Gaskraftwerken als Backup tendenziell unwirtschaftlich. Zukünftig ist mit weiteren Subventionen zu rechnen.“ Das WSJ kritisiert, dass Deutschland weiter auf Kernenergie verzichtet und somit auf einen teuren Doppelkurs aus Gas und Erneuerbaren setzt.


