Wenn der Bundeskanzler am Sonntag im usbekischen Samarkand eintrifft, betritt er ein boomendes Land. Seit mehr als 20 Jahren liegt das Wirtschaftswachstum im Schnitt bei deutlich über fünf Prozent. Spätestens 2024 überschreitet die usbekische Volkswirtschaft die 100-Milliarden-Dollar-Grenze, eine Verdoppelung binnen weniger als einem Jahrzehnt.
Wer den Genius loci erfahren will, die Essenz des Orts und der Region, der schlendere durch den Chorsu-Basar in der Hauptstadt Taschkent. Allein der Anblick: farbenfrohe Gewürzberge, Fleisch in Drei-Kilo-Stücken, goldenes, duftendes Fladenbrot. Allerdings schlendert man sich die Hacken wund. War das Marktgeschehen vor 25 Jahren noch auf die türkisfarbene Kuppel des eigentlichen Basars beschränkt, erstreckt es sich heute über mehrere Hektar.
Handel und Austausch seit mehr als drei Jahrtausenden – auf den eurasischen Märkten schlägt das Herz des Kontinents. Und der verändert sich, geopolitisch und wirtschaftlich. Das wird auch den Bundeskanzler beschäftigen. Seit dem Ukrainekrieg ist die Taschkenter Politik dabei, sich umzuorientieren. Im Zentrum steht jetzt eine multivektorale oder 360-Grad-Außenpolitik.

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