Industriekrise

Merz in China: Warum der Kanzler die US-Fesseln in Peking abstreifen muss

Angesichts der Krise der deutschen Industrie muss Friedrich Merz in China liefern. Doch der transatlantische Druck schwächt seine Verhandlungsposition. Ein Gastbeitrag.

Bundeskanzler Friedrich Merz muss in Peking zwischen US-Druck und deutschen Industrieinteressen vermitteln.
Bundeskanzler Friedrich Merz muss in Peking zwischen US-Druck und deutschen Industrieinteressen vermitteln.Kay Nietfeld/dpa

In Zeiten einer aggressiven US-amerikanischen Zollpolitik zur Durchsetzung eigener wirtschaftlicher und geopolitischer Interessen wird ein gutes Verhältnis Europas und Deutschlands zu China existenziell. Die Volksrepublik ist erneut Deutschlands größter Handelspartner. Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der EU und China gehören mit einem Handelsvolumen in Höhe von 750 Milliarden Euro im Jahr 2025 zu den größten weltweit.

Durch die Abkopplungspolitik von US-Präsident Donald Trump fielen die China-Exporte in die USA 2025 um 45 Prozent, während die Exporte in die EU um rund 15 Prozent stiegen, wodurch der EU als Absatzmarkt chinesischer Waren eine größere Bedeutung zukommt. Das Handelsbilanzdefizit hat sich zuungunsten Europas massiv ausgeweitet. Die vergangenen Jahre waren seitens der EU im Rahmen der Russland-Sanktionen geprägt durch immer stärkere Handelsbeschränkungen sowie Strafmaßnahmen gegen chinesische Firmen.

Berliner Zeitung

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