Angriff auf Pressefreiheit

Kritik unerwünscht: EU-Kommission setzt proeuropäisches Medium auf „Feindesliste“

Der Chefredakteur von Euractiv erhebt schwere Vorwürfe gegen Brüssel: Nach kritischer Berichterstattung sei sein Medium auf der „Feindesliste“ von Ursula von der Leyen gelandet.

Laut Euractiv kam es zu „direkten verbalen Beschimpfungen“ von Journalisten aus dem Umfeld von Ursula von der Leyen.
Laut Euractiv kam es zu „direkten verbalen Beschimpfungen“ von Journalisten aus dem Umfeld von Ursula von der Leyen.Michael Kappeler/dpa

Der Chefredakteur des Nachrichtenportals Euractiv, Matthew Karnitschnig, erhebt schwere Vorwürfe gegen die Europäische Kommission. In einem Kommentar mit dem Titel „In Brüssel verboten: Wie Euractiv auf die Feindesliste der Kommission geriet“ beschreibt er, wie sein Medium nach kritischer Berichterstattung von Hintergrundbriefings der Kommission ausgeschlossen wurde.

„Unabhängiger Journalismus in Europa befindet sich inzwischen auf der Feindesliste“, schreibt Karnitschnig. Gerade in Brüssel sei diese Form der Berichterstattung zu einer „bedrohten Art“ geworden, da traditionelle Geschäftsmodelle zerfielen und politische Institutionen, Lobbyisten sowie staatliche Akteure zunehmend Einfluss auf Medien nähmen.

Berliner Zeitung

Mit einem Abo weiterlesen

  • Zugriff auf alle B+ Inhalte
  • Statt 9,99 € für 2,00 € je Monat lesen
  • Jederzeit kündbar