Zeitenwende

Die Versuchung der Machtpolitik: Friedrich Merz bleibt uns eine Antwort schuldig

Der Bundeskanzler muss klarstellen: Soll die EU eine militärische Macht werden oder vor allem mit ihren zivilisatorischen Werten überzeugen? Ein Gastbeitrag.

Bundeskanzler Friedrich Merz sagt, Europa müsse wieder die „Sprache der Machtpolitik“ erlernen.
Bundeskanzler Friedrich Merz sagt, Europa müsse wieder die „Sprache der Machtpolitik“ erlernen.Chris Emil Janssen/imago

Bundeskanzler Friedrich Merz hat in einer Regierungserklärung im Deutschen Bundestag die Grundzüge der deutschen Außenpolitik umrissen. Hintergrund waren der weiterhin andauernde russische Krieg gegen die Ukraine sowie die zugleich verstörenden und zerstörenden Aktionen der Trump-Regierung. Besonders aufhorchen ließ dabei der Satz, Deutschland und Europa müssten wieder selbst „die Sprache der Machtpolitik“ lernen und sich zu einer „europäischen Macht“ entwickeln. Ob der Begriff der „Machtpolitik“ vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte und des erklärten Willens, zur stärksten konventionellen Streitmacht in Mitteleuropa zu werden, angemessen ist, darf bezweifelt werden.

Berliner Zeitung

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