Druckmittel

Die unendliche Strategie: Kubas heutiger Blackout begann 1960 in Washingtoner Akten

Donald Trump ist nicht der erste US-Präsident, der Kuba mit Öl- und Wirtschaftsdruck schwächen wollte – die Strategie ist alt und wirkt bis heute.

Autofahrer warten in einer langen Schlange vor einer Tankstelle in Havanna.
Autofahrer warten in einer langen Schlange vor einer Tankstelle in Havanna.imago stock&people

Am 17. März 1960 fiel in Washington eine Entscheidung, die den Lauf der kubanischen Geschichte bis heute prägt. In einer geheimen Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats legte Robert Anderson – Finanzminister und selbst Öl-Magnat aus Texas – den versammelten Entscheidungsträgern einen ebenso simplen wie brutalen Plan vor: Kuba vom Öl abschneiden. „Wenn es uns gelingt, die Kubaner von den Öllieferungen abzutrennen“, erklärte Anderson, „wären die Konsequenzen verheerend – in fünf bis sechs Wochen.“

Was Historiker heute anhand deklassifizierter Geheimdokumente wissen: An genau diesem Tag gab Präsident Dwight D. Eisenhower auch das Go für den Sturz der kubanischen Revolution – mit allen verfügbaren Mitteln.

Berliner Zeitung

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