Europa nach dem Grönlandschock

Der Zwergspitz ohne Leine: Wie Europas Vasallentreue in der Grönlandkrise zerbricht

Die Grönlandkrise entlarvt Europas Außenpolitik: Jahrelange Gefolgschaft endet im Machtbruch. Die USA handeln allein und Europa steht plötzlich nackt da. Ein Gastbeitrag.

Trump und die Europäer im Weißen Haus: Die USA setzen den Ton, Europa sitzt in der zweiten Reihe.
Trump und die Europäer im Weißen Haus: Die USA setzen den Ton, Europa sitzt in der zweiten Reihe.White House/imago

Die deutsche Außenpolitik bis zur Grönlandkrise und zum Davoser Weltwirtschaftsgipfel 2026 war die Außenpolitik des kleinen Wadenbeißers. Sie folgte dem Muster des angeleinten Zwergspitzes, der im Wissen, das Herrchen hinter sich zu haben, sich mit den allergrößten fremden Kötern anlegt – und das auch noch gleichzeitig.

Die Grönlandkrise ist nun der Moment der Wahrheit, für manche sogar das massenpsychologisch destabilisierende Ende des Westens. Denn jetzt hat das Herrchen die Leine gekappt und der Zwergspitz sieht sich plötzlich in einer regellosen Dschungelwelt wie vor 1914 wieder, in der er sich die halbe Welt – namentlich China und wesentliche Teile der Brics – zum Feind gemacht hat.

Berliner Zeitung

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