US-Präsident Donald Trump hat Kanada mit massiven Strafzöllen gedroht, sollte das Land seine wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China ausweiten. In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social erklärte Trump am Samstag, ein mögliches Abkommen zwischen Ottawa und Peking werde „unmittelbar“ mit Zöllen in Höhe von 100 Prozent auf sämtliche kanadischen Waren und Produkte, die in die USA exportiert werden, beantwortet.
„Wenn Kanada ein Abkommen mit China schließt, wird es sofort mit einem Zollsatz von 100 Prozent auf alle kanadischen Waren und Produkte belegt, die in die USA eingeführt werden. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit in dieser Angelegenheit!“, schrieb Trump auf Truth Social.
Trump: „China wird Kanada verschlingen“
Trump reagierte damit auf Berichte über eine neue strategische Partnerschaft zwischen Kanada und China, die der kanadische Premierminister Mark Carney in der vergangenen Woche bei einem Besuch in Peking verhandelt hatte. In seinem Beitrag warf Trump Kanada vor, sich zu einem Umschlagplatz für chinesische Waren entwickeln zu wollen. „Wenn Gouverneur Carney glaubt, er könne Kanada zu einem ‚Drop-off-Port‘ für China machen, um Waren in die Vereinigten Staaten zu schleusen, dann irrt er sich gewaltig“, schrieb Trump. China werde Kanada wirtschaftlich und gesellschaftlich „verschlingen“.
Carney hatte zuletzt angekündigt, die Beziehungen zu China „neu zu kalibrieren“. Ziel sei es, Handel und gegenseitige Investitionen auszuweiten sowie bei Fragen der globalen Governance, der Strafverfolgung und des kulturellen Austauschs enger zusammenzuarbeiten. In seiner Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos warnte der Regierungschef zugleich vor dem Zerfall der internationalen regelbasierten Ordnung und forderte ein engeres Zusammenrücken der sogenannten mittleren Mächte.
75 Prozent der kanadischen Exporte gehen in die USA
Ökonomisch gilt Kanadas Spielraum als begrenzt. Mehr als 75 Prozent der kanadischen Exporte gehen in die USA, während China eine deutlich geringere Rolle als Handelspartner spielt. Vor diesem Hintergrund warnen amerikanische Regierungsvertreter, eine stärkere Annäherung an Peking könne Kanada in eine schwierige Lage bringen – insbesondere im Hinblick auf die anstehenden Neuverhandlungen des nordamerikanischen Freihandelsabkommens USMCA.


