Globale Machtverschiebungen

Der Scheinriese Brics: Warum der Staatenblock größer wirkt, als er ist

Große Zahlen, wenig Einheit: Ein Brics-Manöver vor Kapstadt zeigt, warum der Staatenbund politisch zerstritten, wirtschaftlich blockiert und noch kein echter Gegenpol zu USA und EU ist.

Gemeinsamer Auftritt, getrennte Interessen: Die Brics-Staaten beim Gipfel 2023 in Johannesburg.
Gemeinsamer Auftritt, getrennte Interessen: Die Brics-Staaten beim Gipfel 2023 in Johannesburg.Gianluigi Guercia/AFP/dpa

In der ersten Januarhälfte fand vor der Atlantikküste der südafrikanischen Hauptstadt Kapstadt ein seltsames Spektakel statt. Offiziell war ein gemeinsames Manöver der elf Brics-Staaten unter dem Namen „Willen zum Frieden“ geplant. Eingeladen waren alle Brics-Staaten, also diejenigen, die keine Kriege führen (wie Südafrika, China, Indonesien und Brasilien), sowie diejenigen, die gerade Kriege führen (Russland, Saudi-Arabien und Äthiopien), diejenigen, die gerade welche geführt haben (Iran und Indien), sowie diejenigen, die an Bürgerkriegen in ihrer Nachbarschaft beteiligt sind (Vereinigte Arabische Emirate und Ägypten).

Gekommen waren aber nur Schiffe aus China, Russland, Südafrika, den Emiraten und dem Iran. Letzterer musste nach heftigen Protesten von US-Diplomaten, Kritik aus den Medien und einem Veto von Präsident Cyril Ramaphosa draußen bleiben. Ramaphosa verordnete schließlich, dass das Manöver ohne die Iraner stattfinde.

Berliner Zeitung

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