Debatte

Chinas neuer Westen: Wie aus der alten Imperiumsgrenze in Zentralasien Pekings Lebensader wird

Für China wird Zentralasien wieder zum Raum, an dem sich alles entscheidet: Aus dem alten Rand des Imperiums wird ein Schlüsselraum für strategische Handlungsfähigkeit. Ein Gastbeitrag.

Auf alten Spuren: Ein Güterzug verlässt den Logistikhub in Guiyang Richtung Almaty – neue Handelsrouten entlang historischer Verbindungen zwischen China und Zentralasien.
Auf alten Spuren: Ein Güterzug verlässt den Logistikhub in Guiyang Richtung Almaty – neue Handelsrouten entlang historischer Verbindungen zwischen China und Zentralasien.Yang Wenbin/imago

Wer von der alten kasachischen Hauptstadt Almaty aus nach Osten fährt, passiert zunächst das Dorf Schelek, dann Tschundscha, schließlich die Grenzstation Chorgos. Es ist die alte Kuldscha-Trasse, angelegt um 1870, als Handelskarawanen zwischen dem russischen Wernij und dem chinesischen Kuldscha verkehrten. Damals baute man hölzerne Brücken über Bewässerungskanäle und Trockentäler, um den Warenfluss in Gang zu halten. Heute rollen über dieselbe Achse Containerzüge mit Elektroautos, Maschinenbauteilen und Lithium-Akkus. Die Straße hat sich verändert. Ihre strategische Bedeutung nicht.

Berliner Zeitung

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