BSW stellt Forderungen

Altersarmut steigt: Wagenknecht nennt Rentner „Wohlstandsverlierer der letzten Jahre“

Immer mehr Senioren sind auf Grundsicherung angewiesen, besonders häufig Frauen. Parallel dazu wächst der Abstand beim Durchschnittseinkommen. Das BSW fordert Maßnahmen.

Sahra Wagenknecht (BSW)
Sahra Wagenknecht (BSW)Jörg Carstensen/dpa

In den vergangenen Jahren haben Rentner im Vergleich zur erwerbstätigen Bevölkerung an Einkommen verloren. Ihre Renten stiegen zwar, doch der Abstand zu den Arbeitenden vergrößerte sich. Das geht aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervor, die auf eine Anfrage des BSW zurückgehen und dem Stern vorliegen.

So lag das Durchschnittseinkommen von Ruheständlern im vergangenen Jahr bei 26.723 Euro. Erwerbstätige hingegen verfügten im Schnitt über 37.243 Euro. Damit belief sich die Einkommenslücke auf 10.520 Euro. Im Jahr davor, 2023, hatte sie noch bei 9638 Euro gelegen. Im Jahr 2022 betrug die Lücke sogar 8551 Euro. Rentner hatten damals ein Durchschnittseinkommen in Höhe von 24.509 Euro, Berufstätige von 33.060 Euro.

Wagenknecht: „Rentner sind Wohlstandsverlierer“

Deutliche Worte dazu findet die BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht: „Rentner sind die Wohlstandsverlierer der letzten Jahre“, sagte sie dem Stern. Anders als die Rentendebatte suggeriere, hätten Ruheständler nicht mehr, sondern immer weniger in ihrem Portemonnaie im Vergleich zur restlichen Bevölkerung, erklärte sie weiter.

Wagenknecht forderte unter anderem eine Einzahlpflicht für alle Bundestagsabgeordneten in die gesetzliche Rente. So werde das BSW als erste Initiative einen entsprechenden Antrag stellen, sobald die Partei nach einer Neuauszählung in den Bundestag einziehe.

So viele Rentner beziehen Grundsicherung im Alter

Gleichzeitig ist die Zahl der Rentner gestiegen, die auf Sozialhilfe angewiesen sind. So bezogen Ende September etwa 755.300 Menschen die Grundsicherung im Alter. Das sind 6000 mehr seit Ende Juni und damit so viele wie nie zuvor.

Den Angaben zufolge erhöhte sich die Zahl der Senioren in der Grundsicherung um 25.000. Die Zahl war in den vergangenen vier Jahren um 30 Prozent gestiegen. Im September 2021 lag sie bei knapp 580.000. Überdurchschnittlich häufig sind Frauen betroffen. So bezogen Ende September dieses Jahres 428.685 Frauen die Grundsicherung im Alter. Das sind knapp 57 Prozent.

Das Thema Rente wurde in den vergangenen Wochen viel in der Politik diskutiert. Die Koalition hatte im Dezember ein umstrittenes Rentenpaket beschlossen, das größtenteils Anfang des neuen Jahres in Kraft treten soll. Außerdem wird das Kabinett nun eine 13-köpfige Kommission einsetzen, die grundlegende Reformschritte für die Altersvorsorge vorschlagen soll. Diese sollen bis Mitte des kommenden Jahres vorgestellt werden. Mehr dazu lesen Sie hier.