Im Jahr 1934 erschien in der Zeitschrift „Der österreichische Volkswirt“ ein Artikel von Karl Polanyi. Sein Titel war „Lancashire als Menschheitsfrage“. Karl Polanyi ist heute vor allem für sein Hauptwerk „The Great Transformation“ bekannt, in dem er eine Erklärung für den Zusammenbruch der westlichen Zivilisation in den beiden Weltkriegen und den Aufstieg des Faschismus lieferte. Es lohnt sich aber, nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Aufstiegs der Volksrepublik China und der Krise der deutschen Automobilindustrie, seine Analyse zur Lage der englischen Textilindustrie im nordenglischen Lancashire nach dem Ersten Weltkrieg zu lesen. Es gibt fatale Parallelen.
China ist von der Europäischen Kommission als Systemrivale des Westens identifiziert worden. Und dieser Rivale ist gerade dabei, das Fundament der deutschen Exportwirtschaft, die Autoindustrie, in ein technologisches Auslaufmodell zu verwandeln. Ähnliches erfuhr Großbritanniens industrielles Herz in den 1920er- und 1930er-Jahren mit dem Aufstieg der japanischen Textilindustrie.

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