Berlin wächst vielleicht nicht mehr in die Breite. Aber es verdichtet sich, wird heißer und intensiver beansprucht. Schulhöfe, Bolzplätze, Vereinsanlagen und nicht zuletzt Privatgärten werden heute vielfach deutlich stärker genutzt als noch um die Jahrtausendwende.
Gleichsam machen immer heißere Sommer und längere Trockenperioden die Bewirtschaftung klassischer Rasenflächen zu einer Frage von Kosten und Aufwand. Wenn ein vielgenutzter Kiez-Park im Hochsommer zur braun-verbrannten Staubwüste wird oder der Rasen vor einem Firmengebäude nach einigen Regentagen einer Sumpflandschaft ähnelt, wird schnell klar, dass das Idealbild vom sattgrünen Naturrasen immer häufiger mit der Realität kollidiert.
Unter diesen Aspekten erlebt derzeit eine lange unterschätzte Lösung ein tatsächlich bemerkenswertes Comeback: Moderner Kunstrasen. Was früher als Synonym für Plastik, Hitze und schmerzhafte Stürze galt, hat sich in den vergangenen Jahren, sozusagen „unter dem Radar“, technologisch massiv weiterentwickelt. Eine Neubewertung auch unter Nachhaltigkeitsaspekten ist daher mehr als angebracht.
Um das an einem simplen Beispiel zu demonstrieren: Ein Naturrasen-Sportplatz benötigt zwischen 50 und 250 Liter Wasser jährlich - pro Quadratmeter. Aufgrund der Dicke der Tragschicht ist bereits nach rund drei Tagen ohne Regen eine Bewässerung nötig. Wird der Platz nur zehnmal pro Jahr beregnet, macht das etwa eine Million Liter!
Die grundsätzlichen Nachhaltigkeitsvorteile moderner Kunstrasen-Systeme
Zugegeben, auf den ersten Blick mag sich mancher fragen, wie sich „Kunstrasen“ und „Nachhaltigkeit“ in einem Atemzug nennen lassen. Das liegt aber häufig nur an zwei Dingen:
1. Viele Menschen denken bei dem Thema immer noch an klassischen Kunstrasen - nicht das modernere Äquivalent.
2. Nachhaltigkeit wird häufig als Synonym für „komplett naturbelassen“ angesehen, was allerdings viel zu eng fokussiert ist.
Tatsächlich bewertet der Nachhaltigkeits-Begriff Produkte bzw. Systeme über ihren gesamten Lebenszyklus von Herstellung über Nutzung und Pflege bis zu Haltbarkeit, Ressourcenverbrauch und Entsorgung. Unter diesem Aspekt kann etwas vollkommen natürlich sein, aber dennoch nicht nachhaltig - wobei natürlicher Rasen aufgrund seiner geringen ökologischen Wertigkeit und des hohen Wasserverbrauchs ein Paradebeispiel ist.
Betrachten wir dem gegenüber die tatsächlich sehr lange Liste an Nachhaltigkeitsvorteilen moderner Kunstrasen-Systeme:
Kein Wasserverbrauch
Einmal verlegt, benötigt Kunstrasen nahezu keine weitere aufwendige Pflege. Während Naturrasen beim Anpflanzen und in trockenen Sommern Unmengen Wasser verbraucht, kommt Kunstrasen komplett ohne aus - und erfordert ebenso keinen Dünger, kein Mähen und auch keine Pestizide bzw. Herbizide, die ihn an unkontrollierter Ausbreitung hindern.
Extreme Langlebigkeit
Moderner Kunstrasen ist buchstäblich „hart“ im Nehmen. Solche Flächen bringen es auf eine Lebensdauer von 10, 20 oder gar mehr Jahren, ohne dass sich ihre Qualität nennenswert verschlechtert - wo Naturrasen regelmäßige Ausbesserungen oder gar Erneuerungen benötigt. Heißt, die langfristigen Kosten sowie Material- und Energieeinsatz sind bedeutend geringer.
Witterungsunabhängigkeit
Nicht zuletzt ist Kunstrasen vollkommen witterungsunabhängig. Egal wie lang die sommerliche Trockenperiode schon dauert oder wie viele Tage schon heftiger Herbstregen fällt, er bleibt ganzjährig gleichermaßen benutz- und bespielbar - und das obendrein, ohne dass sich seine Eigenschaften nennenswert ändern.
Damit ist Kunstrasen ein Belag, der zwar nicht natürlich ist, der aber durch Robustheit, Witterungsunabhängigkeit und die weitgehende Abwesenheit von dauerhaftem Arbeits- und Energieeinsatz sehr wohl nachhaltig ist - nachhaltiger als Naturrasen, der andauernd gemäht und gewässert werden muss.
Potenzielle weitere Nachhaltigkeitsvorteile
Die genannten Vorteile gelten für modernen Kunstrasen per se. Er kann jedoch noch besser werden. Dann, wenn es sich um ein Premium-Produkt eines deutschen Anbieters handelt. In dem Fall kommt noch Folgendes hinzu:
Die Lieferketten werden deutlich kürzer. Und die für den Kunstrasen und seinen Unterbau nötigen Materialien sind entsprechend zertifiziert. Letzteres sorgt für eine nachvollziehbare Qualität, ersteres hingegen reduziert die Transportemissionen auf ein notwendiges Minimum.
Moderner Kunstrasen: Was ihn wirklich vom früheren „Grünteppich“ unterscheidet
Kunstrasen wird von manchen bis heute als wenig nachhaltig oder wertig angesehen, weil sein „Erbe“ tatsächlich ein solches Produkt war. Man denke an giftgrüne Rasenteppiche auf Terrassen, Balkonen oder Campingplätzen. Bloß: Moderner Kunstrasen hat mit diesem Billigprodukt lediglich noch den Gattungsnamen gemeinsam. Worüber wir hier sprechen, ist Hightech und das Ergebnis mehrerer Jahrzehnte Entwicklung:

Kurzum: Moderner Kunstrasen verhält sich zu seinem Pendant vor 20, 30, 40 Jahren technisch betrachtet wie ein modernes E-Auto zu einem mit verbleitem Benzin betriebenen Vergaser-PKW von früher.
Kunstrasen im urbanen Raum: Mehr als nur Sport
Aus all diesen Gründen wird der Einsatz moderner Kunstrasenflächen auch abseits von Sportplätzen immer attraktiver - bis hinein in den Privatbereich und den Garten hinter dem Haus. Berlin ist unter diesem Aspekt eine Location mit besonders vielfältigen Einsatzszenarien: Schulhöfe, Kitas, Dachterrassen, Innenhöfe, Außenbereiche von Gewerbeimmobilien und nicht zuletzt temporäre Veranstaltungsflächen: Überall, wo
„Grün“ gewünscht ist, aber natürliche Vegetation an ihre Grenzen stößt, kann moderner Kunstrasen eine robuste, pflegeleichte und nachhaltige Alternative sein.
Gerade bei stark frequentierten Flächen zahlt sich das aus:

Über die gesamte Lebensdauer betrachtet, lassen sich so nicht nur Betriebskosten senken, sondern auch Ressourcen schonen - und das deutlich.
Natürlich, Kunstrasen ersetzt keine naturnahen Grünflächen mit ökologischer Vielfalt. Er ist kein Ersatz für Hecken, Sträucher, Bäume oder echte Wiesen - das ist aber auch Naturrasen nicht. Dort aber, wo funktionale Nutzung im Vordergrund steht, kann moderner Kunstrasen eine sinnvolle, nachhaltige Ergänzung im städtischen Flächenmix sein und pflegeaufwendigen Naturrasen bestens ersetzen.
Fazit: Eine nüchterne Neubewertung lohnt sich unbedingt
Moderne Kunstrasen-Systeme sind einen sehr weiten Weg gegangen. Dadurch sind sie heute längst deutlich besser, nachhaltiger und vielseitiger, als ihr Ruf vermuten lässt. Mit langlebigen Materialien, reduziertem Ressourcenverbrauch und regionaler Produktion leisten sie heute einen realen Beitrag zu einer pragmatischen, nachhaltigen Grünflächengestaltung im privaten und (teil-) öffentlichen Raum.
Wer unter diesen Aspekten Kunstrasen immer noch als
„Plastik-Verlegenheitslösung“ abtut, verkennt die technologischen und ökologischen Fortschritte der letzten Jahrzehnte. Gerade in einer dichtbesiedelten und dadurch hochbeanspruchten Stadt wie Berlin ist ein differenzierterer Blick unbedingt angebracht - weg von Scheuklappendenken, hin zu funktionalen Lösungen für echte Nachhaltigkeit.
