Leben ist Sterben. Und das Sterben – dieser allmähliche Prozess, der unweigerlich zum Tode führt – kann lange dauern. Sehr lange sogar. Das wird derzeit allen bewusst, die sich für den gestrandeten Wal in der Ostsee interessieren, all jenen, die Menschenketten bilden, Spenden sammeln und eine schnelle Eingreiftruppe der Regierung fordern, um dem todkranken Tier weiter zu helfen, zu helfen und zu helfen … Dass die Sache wirklich lange dauert, ist längst auch all jenen klar, die ihre Augen verdrehen, weil sie genervt sind von der Dauerberichterstattung am „salzigen Sterbebett“ des Tieres, von den Live-Tickern der Bild-Zeitung und von Schlagzeilen wie: „Wir haben Wal-Wut!“
Normalerweise wäre es eine deutlich kleinere Geschichte, eher eine Story fürs Sommerloch. Aber dieses Mal schlagen die medialen Wellen schon im Frühling extrem hoch. Vieles erscheint hysterisch, falsch und anmaßend. Oder geht es in diesem Fall tatsächlich um Mitleid oder gar um echtes Mitgefühl für ein leidendes Wesen?

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