Eigentlich wollte Claudia Effenberg nur unbezahlte Werbung machen für eine Haarpflegemarke und einen exklusiven Friseursalon in München. Doch auf ihre Naturkrause und wie sie sie in den Griff bekommt, achtete kaum einer ihrer 120.000 Follower.
Das lag daran, dass die 60-Jährige für ihren kurzen Instagram-Clip einen auffälligen Beauty-Filter benutzte, der ihr Gesicht stark veränderte. Das frühere Model, das unter anderem durch ihre Ehe mit Fußballer Stefan Effenberg und durch Reality-Formate wie das Dschungelcamp bekannt wurde, bekam für das Video jede Menge Kritik.
„Mehr Filter geht nicht, warum steht man nicht zu sich? Ich sage, hier fehlt es an Selbstbewusstsein. Leider“, heißt es in den Kommentaren. Fans schreiben ihr: „Lass doch einfach diese blöden Filter, du siehst doch so toll aus. Hast du gar nicht nötig.“ Andere witzeln, Effenberg sei wohl auf einmal 16 Jahre alt. Es sind vor allem Frauen, die kommentieren: „Krasser Filter. Warum? Stehe zu deinem Alter.“
Auf derart viele Reaktionen wiederum musste Claudia Effenberg reagieren. In einem weiteren Video, diesmal ohne Filter, antwortet sie den Kritikern. „Oh, jetzt habe ich keinen Filter. Und ich sehe so anders aus, meine Haare sehen grauenvoll aus und mein Gesicht und diese ganzen Falten, und mein Doppelkinn wird immer dicker“, kommentiert sie sarkastisch. Um gleich darauf hinterherzuschieben: „Ich finde, dass ich eine wunderschöne Frau bin, auch ohne Filter.“
Beauty-Filter stehen schon länger in der Kritik
Sie stehe zu ihrem Alter, habe aber nun mal Bock auf Filter. Sichtlich genervt wendet sie sich an ihre Follower: „Es ist so anstrengend mit euch, mit vielen von euch.“ Die Filter würden viele benutzen, auch die jungen Damen. „Sucht euch doch mal ein anderes Thema“, so Effenberg in Richtung ihrer Kritiker. Sie habe auch kein Facelift bekommen, sondern einfach nur abgenommen, stellte sie klar.
In den Kommentaren melden sich auch prominente Frauen zu Wort. Die Moderatorin Frauke Ludowig bescheinigt der 60-Jährigen: „You are beautiful.“ Reality-Kollegin Iris Klein meint: „Über Filter regen sich nur die hässlichen Menschen auf, bei denen nicht mal mehr ein Filter helfen würde.“
Das wiederum wollen manche User so nicht stehen lassen. „Was für eine beschränkte Aussage“, heißt es in den Antworten. „Bisschen mogeln ist doch okay. Aber man sollte den Menschen schon noch erkennen können und eigentlich belügt man sich ja selbst damit.“
Eine andere Nutzerin kommentiert: „Ich finde einfach, dass Filter nicht der Wirklichkeit entsprechen und einfach etwas vorgelebt wird, was nicht ist. Ich persönlich finde Frau Effenberg wunderschön, aber ungefiltert und sie hat es überhaupt nicht nötig, mit Filtern zu arbeiten. Ist ohnehin viel zu viel gefaktes und gefiltertes im Netz. Was machen wir unserem Nachwuchs vor? Anderen was vorzugaukeln?“
Damit ist die schon länger schwelende Debatte um den Einsatz von Beauty-Filtern eigentlich ganz gut umrissen. Sie stehen in der Kritik, unrealistische Schönheitsideale zu fördern, das Körperbild negativ zu beeinflussen und psychische Probleme wie Minderwertigkeitskomplexe zu verstärken. Besonders KI-basierte Filter wie „Bold Glamour“ wirken oft extrem realistisch, was zu einer verzerrten Selbstwahrnehmung und Unzufriedenheit mit dem eigenen Aussehen führen kann.


