Suris Weekender

Die große Leere im großen Angebot: Warum das Berliner Datingleben eine Tragödie ist

Dating in Berlin kann eine echte Zumutung sein. Das weiß niemand besser als unsere Kolumnistin. Aber was ist an einer guten Unterhaltung eigentlich so schwer?

Ein tragisches Schauspiel in mehreren Akten: Dating in Berlin
Ein tragisches Schauspiel in mehreren Akten: Dating in BerlinImago/Dasha Petrenko

„Na, Schatz“, höre ich aus dem Handy, dessen grünes Hörer-Symbol ich mit meinem eingecremten kleinen Finger gerade so treffe, bevor ich es zwischen Ohr und Schulter klemme. „Na, wann ist dein Date?“, fragt meine Freundin Amy. „Mache mich gerade fertig“, sage ich, während ich vor dem Spiegel stehe und prüfe, ob der Lidschatten gleichmäßig sitzt. „Wir treffen uns doch erst in … Verdammt! 25 Minuten!“

Ich wimmle Amy mit dem Hinweis ab, dass ich nackt vor dem Spiegel stehe und noch nicht einmal weiß, was ich anziehen soll. Bevor sie auflegt, ruft sie noch schnell „Schick mal ein Foto!“ in den Hörer. Ich suche flink einen der Screenshots raus, die ich von seinem Profil gemacht habe. „OHA VOLL HOT“, bekomme ich als Antwort zurück – gefolgt von einem „Viel Spaß“ und drei Herzen.

Berliner Zeitung

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