Gastronomie

Der große Preisvergleich: So viel kosten Spargelgerichte in Berliner Restaurants

Von Prater bis Bundesbüdchen: Es ist wieder Spargelzeit und die Gastronomen der Hauptstadt servieren ihre Interpretationen. Nur: Was kostet der Spaß eigentlich?

In Moabit zeigt das Restaurant Carl & Sophie auf dem Gelände der ehemaligen Bolle-Meierei, wie vielseitig Spargel sein kann.
In Moabit zeigt das Restaurant Carl & Sophie auf dem Gelände der ehemaligen Bolle-Meierei, wie vielseitig Spargel sein kann.Maxi Doerfel

Es hat einen Grund, warum die Spargelzeit in der Gastronomie und im Lebensmittelhandel gelegentlich als fünfte Jahreszeit bezeichnet wird. Schließlich ist das Vergnügen am 24. Juni schon wieder vorbei, bis dahin muss das sehnlichst erwartete kulinarische Ereignis gebührend zelebriert werden. Erst recht in Regionen, die Anbaugebiete sind.

Und so kann man sich in den kommenden Wochen in Berlin und Brandenburg nicht retten vor Spargelfesten, Hofladen-Offerten und speziellen Menüs in Restaurants. Die Gastronomie weiß um die Exklusivität des regionalen Gemüses, und so wird der Spargel aus Beelitz oder Kremmen zum festen Highlight auf der Speisekarte.

Wir haben uns einige Restaurants der Hauptstadt mal genauer angeschaut: Was bieten sie an, und wie teuer ist ein Spargelgericht?

1. Bundesbüdchen

Dem Bundesbüdchen, vor einem Jahr an der Hannoverschen Straße in Mitte eröffnet, eilen die hymnischen Gastrokritiken voraus. Kein Wunder, wer einmal Johann Maiers raffinierte Wohlfühlküche probiert hat, möchte immer wiederkommen. Zu Obazda und marinierten Radieschen, zu Kaspressknödel mit Kräutersalat oder den mit Kimchi aufgemöbelten Allgäuer Käsespätzle.

Ab dem 1. Mai lädt das Bundesbüdchen zum Spargelfest und bringt Spargel aus Beelitz in verschiedenen Varianten auf die Karte. Als Spargelsalat mit grünem und weißem Spargel (19 Euro) oder Cremesuppe mit Sauerteig-Croutons und Frühlingskräutern (18 Euro). Im Hauptgang wird Spargel aus Beelitz mit Sauce Hollandaise und Petersilienkartoffeln serviert (28 Euro) und kann mit Trüffelschinken (9 Euro), Parmaschinken (11 Euro), gebeiztem Saibling (12 Euro) oder einem kleinen Schnitzel Wiener Art (16 Euro) ergänzt werden. Zum Abschluss gibt es Spargel-Eiscreme mit Yuzugranita (10 Euro).

Bundesbüdchen. Hannoversche Straße 2, 10115 Berlin, Mo bis Fr 12–14.30 Uhr, Di bis Sa 18–23.30 Uhr, bundesbuedchenberlin.de

In vielen Varianten wird der Spargel im Bundesbüdchen begleitet.
In vielen Varianten wird der Spargel im Bundesbüdchen begleitet.Arash Farahani

2. Prater Gaststätte

Auf ein Bierchen und eine Bratwurst in den Prater, das gehört für viele Berliner zum Start in die wärmere Zeit des Jahres einfach dazu. Aber auch die Prater Gaststätte, das Restaurant neben Berlins ältestem Biergarten, ist ein beliebtes Ausflugsziel.

Dort serviert man bis Mitte Juni traditionell weißen Spargel vom Spargelhof Kremmen. Gäste können zwischen einer klassischen vegetarischen Variante mit Salzkartoffeln und Bröselbutter (19,90 Euro), mit Schwarzwälder Schinken (26,90 Euro), gebratenem Saiblingsfilet (29,90 Euro) oder kleinem Wiener Kalbsschnitzel (32,90 Euro) wählen. Die Sauce Hollandaise wird mit 2,90 Euro berechnet. Als Vorspeisen gibt es Spargelsuppe (6,90 Euro) oder einen Spargelsalat aus weißem und grünen Spargel mit Ei und Estragon (8,90 Euro).

Prater Gaststätte. Kastanienallee 7–9, 10435 Berlin. Mo bis Sa ab 17 Uhr, So ab 12 Uhr, pratergarten.de/gaststaette


3. Jäger & Lustig

„Was für eine urig-charmante Adresse“, schwärmt der Guide Michelin über das Friedrichshainer Lokal Jäger & Lustig, dessen deftige „Heimatküche“ klassische deutsche Gerichte, Regionalität und Saisonalität zusammenbringt.

Da darf der Spargel nicht fehlen: Auf der Karte stehen Gerichte wie eine Cremesuppe mit gerösteten Spargelspitzen (9 Euro), eine Erbsen-Spargelterrine mit Hagebuttensauce (13 Euro) oder ein Spargelsalat mit Erdbeeren, Röstkernen und Himbeeren-Meerrettich-Vinaigrette (16 Euro). Im Hauptgang gibt’s wahlweise das klassische Pfund Spargel mit neuen Kartoffeln und Hollandaise (18 Euro) oder das Wiener Kalbsschnitzel mit Spargel und Kartoffel-Gurkensalat (29 Euro).

Jäger & Lustig. Grünberger Str. 1, 10243 Berlin. Mo bis So 11.30–24 Uhr, jaegerundlustig.de

Zünftig! Im Jäger & Lustig geht’s auch in der Spargelzeit gemütlich zu.
Zünftig! Im Jäger & Lustig geht’s auch in der Spargelzeit gemütlich zu.Nicole Eck

4. Café am Neuen See

Im Tiergarten kehrt man nach einem entspannten Spaziergang fast schon automatisch im Café am Neuen See ein, sitzt im Biergarten oder steuert den Bootsverleih direkt am Wasser an. Das urbane Landhaus mitten in der Stadt ist bekannt für seine idyllische Lage unter großen Bäumen, für bayerische Schmankerl und Steinofenpizza.

Jetzt im Frühjahr kommt der Spargel hinzu, als Vorspeise in der Suppe (8,50 Euro), im Risotto (19 Euro) oder als klassischer Beelitzer Spargel von den Jakobs-Höfen mit Kartoffeln, Sauce Hollandaise oder zerlassener Butter (23 Euro). Zusätzliche Beigaben wie Rosmarinschinken (7), Putenbrustschnitzel (9) oder gebratener Lachs (16 Euro) werden extra berechnet.

Café am Neuen See. Lichtensteinallee 2, 10787 Berlin. Restaurant Mo bis So 9–24 Uhr, cafeamneuensee.de


5. Carl & Sophie

Direkt an der Spree in Moabit zeigt das Restaurant Carl & Sophie auf dem Gelände der ehemaligen Bolle-Meierei, wie vielseitig Spargel sein kann. Für Puristen kommt frischer Spargel aus Kremmen klassisch mit Nussbutter oder Hollandaise und Bio-Linda-Kartoffeln auf den Teller (21 Euro), ergänzt auf Wunsch mit Ostsee-Backschinken (26 Euro), Wiener Schnitzel (30 Euro) oder Rinderfilet (36 Euro).

Wer es moderner mag, wählt die Grillvariante: Kremmener Spargel über Holzkohle mit Paprika, Senfsaat, Kerbel und schwarzem Knoblauch, aromatisch und leicht rauchig (15 Euro).

Carl & Sophie. Alt-Moabit 99, 10559 Berlin. Mo bis So 12–24 Uhr, carlundsophie.de


6. Clash Kitchens & Bar

Dass auch am Stadtrand aufregende gastronomische Konzepte ausprobiert werden, zeigt das Restaurant Clash Kitchens & Bar im NYX Hotel in Köpenick. Alle fünf Monate entwickelt dort ein neuer Gastropate gemeinsam mit dem Küchenteam eine eigene Karte und bringt frische Ideen sowie neue Einflüsse auf den Teller.

Derzeit ist die bekannte Fernsehköchin Felicitas Then mit Gerichten rund um den kalifornischen Sommer zu Gast, eine saisonale Spargelkarte ergänzt ihr Angebot. Den Auftakt macht eine Cremesuppe mit glaciertem Spargel, Rucola-Öl und Kresse (9 Euro). Als Hauptgang kommt der Beelitzer Spargel klassisch mit Petersilienkartoffeln und Sauce Hollandaise oder zerlassener Butter (18 Euro) auf die Teller. Wer mag, entscheidet sich noch wahlweise für ein gebratenes Zanderfilet (27 Euro) oder Kalbsschnitzel (28 Euro.) Pluspunkt: Bei schönem Wetter isst man auf der Terrasse am Wasser mit Blick aufs Schloss Köpenick.

Clash Restaurant. Grünauer Straße 1, 12557 Berlin. Täglich 12–22 Uhr, leonardo-hotels.de/berlin/nyx-hotel-berlin-kopenick


7. Brechts Steakhaus

Direkte Wasserlage gibt’s auch im Brechts Steakhaus mitten in der Stadt. Auf der Karte steht unter anderem Bruschetta mit Spargel und Bärlauch (9,50 Euro). Im Hauptgang wird weißer Spargel mit gebutterten Grenaille-Kartoffeln und Sauce Hollandaise oder Nussbutter serviert (28 Euro) und kann mit verschiedenen Komponenten ergänzt werden. Zur Auswahl stehen Hüftsteak (36), Lachsfilet (39), Wiener Schnitzel (44) oder Rinderfilet (52 Euro).

Brechts Steakhaus. Schiffbauerdamm 7, 10117 Berlin. Mo bis Fr ab 11.30 Uhr, Sa/So ab 11 Uhr, brechts.de


8. Le Faubourg

Das Dorint Kurfürstendamm Berlin verfügt über ein erstklassiges Restaurant, das Le Faubourg. Dort wird eine moderne Küche mit französischen Wurzeln serviert – saisonal ergänzt durch den deutschen Gemüseklassiker. Als Vorspeise gibt es Spargelsuppe mit Lauch und grünem Spargel (12 Euro), im Hauptgang weißen Spargel (20 Euro) mit Sauce Hollandaise oder brauner Butter, Biokartoffeln und Petersilie. Wer mag, stellt sich das Gericht mit rohem oder gekochtem Schinken (26 Euro), gebratener Maishähnchenbrust (30 Euro) oder Räucherlachs (32 Euro) nach eigenem Geschmack zusammen.

Le Faubourg. Augsburger Straße 41, 10789 Berlin. Mo bis Fr 12–15 Uhr, Mi bis Sa 18–23 Uhr, lefaubourg.berlin

Klassisch serviert, dazu ein schönes Glas Wein: Spargel im Le Faubourg
Klassisch serviert, dazu ein schönes Glas Wein: Spargel im Le FaubourgFlorian Kroll

9. Loretta am Wannsee

Zu den Berliner Traditionsbiergärten zählt tief im Südwesten der Stadt das Loretta am Wannsee mit seiner unvergleichlichen Lage. Die Spargelkarte offeriert zur Saison Spargelsuppe (9), Spargelsalat mit frischen Erdbeeren (16), Spargel mit Hollandaise und Salzkartoffeln (19) oder Spargel mit Schnitzel Wiener Art, Salzkartoffeln und Hollandaise (26 Euro).

Loretta am Wannsee. Kronprinzessinnenweg 260, 14109 Berlin. Mo bis Fr 12–22 Uhr, Sa/So 12–22 Uhr, loretta-wannsee.berlin


10. Austria

Endlich wieder Spargelzeit, heißt es auch im Austria in Kreuzberg. Bekannt für österreichische Küche und Schnitzel, werden die Stangen hier vom Spargelhof Jakobs in Beelitz bezogen. Kreative Kombinationen bilden beispielsweise Spargelsalat mit Grapefruit (10) oder mit Tiroler Rauchschinken (14 Euro).

Die Portion Spargel kommt wahlweise mit Wiener Schnitzel (34,50 Euro), veganem Schnitzel (28 Euro) oder Brandenburger Wildschweinrücken (36,50 Euro) an den Tisch. Bei letzterer Variante wird der Spargel sautiert und mit Erdäpfelpüree und Wacholderjus kredenzt. Mal was anderes!

Austria. Bergmannstraße 30, 10961 Berlin. Mo 16–23 Uhr, Di bis Do 12–23 Uhr, Fr/Sa 12–24 Uhr, So 12–23 Uhr, austria-berlin.de