Österreich

Zwei Millionen Euro gefordert: Verdächtiger nach Erpressungsversuch gegen Hipp gefasst

Der Mann soll noch am Samstagabend von der Polizei befragt werden. Die Behörden klären weiter, welche Gefahr von den manipulierten Gläsern mit Babykost ausging.

Im Fall um manipulierte Hipp-Babynahrung wurde in Österreich ein Verdächtiger festgenommen.
Im Fall um manipulierte Hipp-Babynahrung wurde in Österreich ein Verdächtiger festgenommen.Tobias Steinmaurer/imago

Im Fall des Erpressungsversuchs gegen den deutschen Babynahrungshersteller Hipp haben österreichische Ermittler am Samstag einen Verdächtigen festgenommen. Es handelt sich um einen 39-jährigen Mann, wie die Landespolizeidirektion Burgenland nach Angaben des ORF Salzburg mitteilte. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Eisenstadt bestätigte die Festnahme gegenüber der dpa. Den Festnahmeort und die Herkunft des Mannes nannten die Behörden aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst nicht. Laut der vom ORF zitierten Kronenzeitung erfolgte der Zugriff in Salzburg.

Rattengift in fünf Babykostgläsern

Der 39-Jährige steht im Verdacht, Babynahrung mit Rattengift versetzt zu haben. Ein in einer Spar-Filiale in Eisenstadt gekauftes Glas wurde nach Angaben des ORF am 18. April sichergestellt; es enthielt 15 Mikrogramm Rattengift. Ein zweites Glas, das ebenfalls in dieser Filiale verkauft worden sein soll, war am Samstag noch nicht aufgetaucht. Insgesamt wurden in Österreich, Tschechien und der Slowakei fünf manipulierte Gläser vor dem Verzehr sichergestellt, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Nord am 20. April mitteilte. Nach Angaben der Behörden könnte ein weiteres Glas in Österreich noch im Umlauf sein.

Eine E-Mail der mutmaßlichen Täter vom 27. März wurde der Polizei am 16. April bekannt. Wie der ORF berichtet, forderten die mutmaßlichen Absender in einer Erpressermail zwei Millionen Euro. Andernfalls würden sie vergiftete Produkte in drei europäischen Supermärkten platzieren. Hipp-Geschäftsführer Stefan Hipp sagte laut der österreichischen Tageszeitung Die Presse, die E-Mail sei an ein Sammelpostfach für Auslandsanfragen gegangen, das nur alle zwei bis drei Wochen geprüft werde. Das deutsche Sortiment war nach Unternehmensangaben nicht betroffen.

Rückrufe bei mehreren Handelsketten

Spar Österreich hatte am 17. April einen Rückruf für das Hipp-Produkt „Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel 190 Gramm“ gestartet, wie der ORF berichtet. Hipp rief später alle bei Spar Österreich gekauften Babykostgläser zurück. Vorsorglich nahmen auch die Rewe-Gruppe in Österreich bei Bipa, Billa, Billa Plus und Adeg sowie die Drogeriemarktkette dm Hipp-Produkte aus dem Verkauf. Manipulierte Gläser sind nach Angaben der bayerischen Polizei daran zu erkennen, dass beim Öffnen das übliche Knackgeräusch fehlt. Zudem tragen sie am Boden einen weißen Aufkleber mit einem roten Kreis.

Die Ermittlungen führte das Landeskriminalamt Burgenland unter Leitung der Staatsanwaltschaft Eisenstadt. Der Festgenommene sollte laut ORF noch am Samstagabend befragt werden. Welche Folgen ein Verzehr für ein Baby gehabt hätte, ist nach Angaben der Behörden noch zu klären.