Geopolitik

China verurteilt US-Drohungen und sichert Kuba Hilfe zu

Nach neuen Äußerungen von Donald Trump bekräftigt das Außenministerium in Peking seine Unterstützung für Havanna. China hilft Kuba vor allem im Energiesektor.

Chinas Außenamtssprecher Guo Jiakun
Chinas Außenamtssprecher Guo JiakunJohannes Neudecker/dpa

China hat Kuba am Mittwoch demonstrativ Unterstützung zugesichert. Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Guo Jiakun, erklärte laut der kubanischen Nachrichtenagentur Prensa Latina, Peking lehne die „Zwangsdiplomatie“ der Vereinigten Staaten „entschieden“ ab und werde Kuba bei der Verteidigung seiner nationalen Souveränität und gegen äußere Einmischung unterstützen. Das chinesische Außenministerium forderte die USA laut Prensa Latina auf, sämtliche Strafmaßnahmen gegen Kuba sofort zu beenden.

Die spanische Nachrichtenagentur EFE ordnete die Erklärung zeitlich ein: Am Montag hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, seine Regierung könne sich nach einer Lösung des Iran-Konflikts auf Kuba konzentrieren. Washington hält derzeit eine Ölblockade aufrecht, die die Energiekrise auf der Insel verschärft.

In der vergangenen Woche hatte der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel erneut seine Bereitschaft zu einem Dialog mit den USA auf der  Grundlage von Respekt und Gleichberechtigung bekräftigt. Zugleich wies er jede von außen auferlegte Forderung nach einem Regierungswechsel zurück.

Chinesische Solartechnik für Kubas Energieversorgung

China unterstützt Kuba auch im Energiesektor. Wie die Financial Times am 5. April berichtete, stützt sich Kuba angesichts der Stromkrise stärker auf chinesische Solartechnologie. Die Volksrepublik lieferte demnach im vergangenen Jahr Photovoltaik-Module mit einer Leistung von einem Gigawatt an die Insel.

Inzwischen sind laut Financial Times 34 Solarparks mit einer Gesamtkapazität von fast 1,2 Gigawatt in Betrieb – ein Anstieg um 350 Prozent gegenüber 2024. Der Anteil von Solarstrom an Kubas Gesamterzeugung vervierfachte sich dadurch auf rund neun Prozent. Peking spendete laut Financial Times zusätzlich Solartechnik mit 320 Megawatt Kapazität, darunter Dachanlagen für abgelegene Wohnhäuser, Schulen und Krankenhäuser.

Der chinesische Konzern Shanghai Electric investierte laut Financial Times rund 60 Millionen US-Dollar in den 62-Megawatt-Solarpark Mariel – das erste privat betriebene Energieprojekt der Insel. Auch die Importe chinesischer Batteriespeicher stiegen sprunghaft: von 7,3 Millionen US-Dollar im Jahr 2024 auf 56 Millionen im vergangenen Jahr.

Chinas Botschafter in Havanna, Hua Xin, hatte die US-Energieblockade laut Financial Times bereits im März kritisiert und eine vertiefte Zusammenarbeit bei erneuerbaren Energien angekündigt, um Kubas Energiewende zu beschleunigen.