Regierungszufriedenheit

Ein Jahr im Amt: Zustimmung zu Schwarz-Rot bricht auf elf Prozent ein

Laut einer Forsa-Umfrage verliert die Bundesregierung massiv an Rückhalt. Die AfD bleibt stärkste Kraft.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) im Plenum des Deutschen Bundestages
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) im Plenum des Deutschen BundestagesChristoph Soeder/dpa

Ein Jahr nach Amtsantritt der schwarz-roten Koalition ist die Zufriedenheit der Bürger mit der Bundesregierung auf einen Tiefstwert gestürzt. In einer aktuellen Umfrage zeigen sich nur noch elf Prozent zufrieden mit ihrer Arbeit.

Wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und ntv hervorgeht, äußerten sich 87 Prozent der Befragten unzufrieden mit der Koalition aus Union und SPD. Im Juli 2025 hatte die Zustimmung noch bei 38 Prozent gelegen.

Besonders schlecht bewerten die Befragten die Arbeit der Regierung in zentralen Politikfeldern. Zwischen 80 und 90 Prozent zeigten sich unzufrieden mit den Maßnahmen zur Infrastruktur, zur Begrenzung der Preissteigerungen, zur Reform der sozialen Sicherungssysteme sowie zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage. Etwas besser schnitt die Regierung beim Thema Begrenzung illegaler Zuwanderung ab: Hier äußerten sich 32 Prozent zufrieden, 60 Prozent jedoch kritisch.

Geteilt ist die Bevölkerung in der Frage, ob das Regieren angesichts aktueller Krisen schwieriger geworden sei: 45 Prozent sehen erschwerte Bedingungen, 48 Prozent nicht. Eine Mehrheit von 76 Prozent wies zudem die Einschätzung zurück, die Bürger hätten überhöhte Erwartungen an die Regierung. Forsa befragte vom 30. April bis 4. Mai insgesamt 1002 Menschen, die statistische Fehlertoleranz lag bei plus/minus drei Prozentpunkten.

Pistorius bleibt beliebtester Politiker

Im Politiker-Ranking des Instituts Insa für die Bild-Zeitung belegt Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) mit einer Zustimmungsrate von 5,1 weiter klar den ersten Platz. Es folgen der designierte baden-württembergische Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) mit 4,2 Punkten sowie Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und CSU-Chef Markus Söder mit jeweils 4,0 Punkten.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) liegt mit 2,9 Punkten auf Platz 19 und damit nicht mehr auf dem letzten Platz. Hinter ihm rangiert nun Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) mit 2,8 Punkten.

In der Sonntagsfrage von Insa liegt die AfD mit 27,5 Prozent (minus 0,5 Punkte) weiter an der Spitze, gefolgt von der Union mit 24,0 Prozent (plus 0,5). Die SPD kommt auf 13,5 Prozent (minus 0,5), die Grünen auf 13,0 Prozent (plus 0,5) und die Linke auf 10,5 Prozent (minus 0,5). BSW und FDP bleiben unter der Fünfprozenthürde. Insa befragte vom 30. April bis 4. Mai 2008 Menschen online. (mit AFP)