Auf dem Gelände des bekannten Großbordells Artemis in Berlin-Halensee könnte ein mehr als 200 Meter hoher Wolkenkratzer entstehen, so der Berliner Kurier. Zuvor berichtete der Tagesspiegel unter Berufung auf ein Konzeptpapier mit dem Titel „Messeturm Berlin / Expo Tower Berlin". Das Bauwerk würde damit das höchste Gebäude der Hauptstadt werden – der derzeit im Bau befindliche Estrel Tower in Neukölln erreicht lediglich 176 Meter.
Hinter dem Vorhaben stehen dem Bericht zufolge die Betreiber des Artemis selbst. Sie positionieren das Projekt als städtebaulichen Impuls für den sogenannten Stadteingang West, ein Langzeitprojekt zwischen Messegelände, ICC und den S-Bahnhöfen Westkreuz und Grunewald. Ende Februar soll sich das Baukollegium mit den Plänen befassen. Offiziell bestätigt sind diese bislang nicht.
Nutzungskonzept sieht Mischung aus Gewerbe, Hotel und öffentlichen Flächen vor
Das Konzeptpapier beschreibt eine vielfältige Nutzung des geplanten Turms. In den unteren Geschossen ist ein öffentlich zugängliches Stadtfoyer mit Dienstleistungen, Nahversorgung und Gesundheitsangeboten vorgesehen. Geprüft werden außerdem eine neue Fußwegverbindung über das Grundstück sowie eine Brücke zum S-Bahnhof Westkreuz.
Die mittleren Etagen sollen für messebezogene Zwecke dienen – etwa als Showrooms, Projektflächen und Räume für kleinere Fachveranstaltungen. In den oberen Stockwerken sind temporäres Wohnen und Hotelangebote für internationale Fachkräfte und Aussteller geplant. Eine öffentlich zugängliche Dachterrasse mit Gastronomie wird ebenfalls erwogen.
Zukunft des Bordellbetriebs ungewiss
Was aus dem Artemis-Betrieb wird, ist derzeit offen. Laut dem Anwalt der Betreiber wird geprüft, ob das Bordell an einen anderen Standort in Berlin verlagert werden kann. Als mögliches Ersatzgrundstück gilt eine leerstehende Halle auf der gegenüberliegenden Seite der A100.
Das Artemis mit seinem auffälligen roten Schriftzug gehört seit seiner Eröffnung vor rund 20 Jahren fest zum Berliner Stadtbild. Ob das Großbordell tatsächlich einem Wolkenkratzer weichen muss, dürfte sich in den kommenden Monaten entscheiden.


