Die ostdeutsche Chemie- und Pharmaindustrie hat vor einem Verlust von mehr als 63.000 Arbeitsplätzen in der Branche gewarnt. „Wir brauchen einen Krisenfahrplan. Die Zeit des Redens ist vorbei – jetzt muss gehandelt werden“, sagte Nora Schmidt-Kesseler, Hauptgeschäftsführerin der Nordostchemie-Verbände, beim „Chemiegipfel Ostdeutschland“. Arbeitgeber und Gewerkschaften haben der Bundesregierung an diesem Montag einen Fünf-Punkte-Plan zur Stabilisierung der Branche übergeben.
Produktion und Umsätze in der ostdeutschen Chemie- und Pharmaindustrie brechen nach Angaben der Sozialpartner seit 2022 kontinuierlich ein. Die Kapazitätsauslastung liege mit höchstens 70 Prozent deutlich unter der Rentabilitätsschwelle.
Sorge wegen Anlagenschließungen
Zu dem Chemiegipfel kamen etwa 150 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Arbeitnehmerschaft. Teil des Fünf-Punkte-Plans sind unter anderem verlässliche Rahmenbedingungen für industrielle Produktion, die Stärkung von Wertschöpfungsketten, eine wettbewerbsfähige und sichere Energieversorgung, eine mit der Wettbewerbsfähigkeit vereinbare Klimapolitik sowie umfassender Bürokratieabbau mit schnelleren Genehmigungsverfahren.


