Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum hat angekündigt, rechtliche Schritte gegen den US-Milliardär Elon Musk zu prüfen. Musk hatte auf seiner Plattform X ohne Belege behauptet, Sheinbaum stehe unter der Kontrolle von Drogenkartellen. „Wir prüfen, ob wir rechtliche Schritte einleiten“, sagte Sheinbaum am Dienstag während ihrer täglichen Pressekonferenz laut dem Nachrichtenportal USA Today. Die Regierungsanwälte würden den Fall derzeit bewerten.
Musk hatte am 23. Februar auf ein Video aus dem Jahr 2025 reagiert, in dem Sheinbaum erklärte, eine Rückkehr zum sogenannten Drogenkrieg sei keine Option. Der Tech-Unternehmer kommentierte, Sheinbaum sage lediglich, „was ihre Kartellbosse ihr auftragen“. Weitere Belege lieferte er nicht.
Die Vorwürfe eines „Narcogobierno“ – einer von Drogenhändlern kontrollierten Regierung – bezeichnete Sheinbaum als „absurd“. „Ich weiß nicht, wie man sich so etwas ausdenkt“, sagte sie. „Es bringt mich zum Lachen.“
She’s just saying what her cartel bosses tell her to say. Let’s just say that their punishment for disobedience is a little worse than a “performance improvement plan” …
— Elon Musk (@elonmusk) February 23, 2026
Ausschreitungen nach Tötung von Drogenboss in Mexiko
Der Streit fällt in eine angespannte Sicherheitslage: Mexikanische Streitkräfte hatten am 22. Februar den Chef des Jalisco-Kartells (CJNG), Nemesio Oseguera Cervantes alias „El Mencho“, im Bundesstaat Jalisco getötet. Die Operation erfolgte laut mexikanischen Behörden mit Unterstützung US-amerikanischer Militäraufklärung. In der Folge kam es in mehreren Bundesstaaten zu Straßenblockaden, Brandanschlägen und Schießereien bewaffneter Gruppen.
Sheinbaum betonte, die Festnahme eines gesuchten Kriminellen könne solche Reaktionen auslösen, doch das Ziel bleibe Frieden, nicht Krieg. Eine Rückkehr zur militärischen Konfrontationsstrategie, wie sie Mexikos Ex-Präsident Felipe Calderón im Jahr 2006 eingeleitet hatte, schloss sie aus. Calderóns Offensive hatte zu blutigen Revierkämpfen zwischen zersplitterten Kartellen geführt und gilt unter Analysten als eine Ursache der bis heute hohen Mordrate.
Auch die Chefin von Sheinbaums Regierungspartei Morena, Luisa Alcalde, reagierte auf Musks Äußerungen. Musk solle seine Plattform nutzen, um gegen Drogenkonsum, Sucht und die Verbreitung von Narco-Kultur zu kämpfen, statt unbelegte Anschuldigungen zu verbreiten. „Reichtum verleiht keine moralische Autorität“, schrieb Alcalde. Die Menschenleben, die in diesem Kampf verloren gingen – oft befeuert durch den Drogenkonsum in anderen Ländern –, seien „unendlich mehr wert als jedes im Silicon Valley angehäufte Vermögen“.


