Das US-Finanzministerium hat am 15. April 2026 mehr als zwei Dutzend Personen, Firmen und Schiffe aus dem Netzwerk des iranischen Ölhändlers Mohammad Hossein Shamkhani mit Sanktionen belegt. Gleichzeitig lässt Washington eine 30-tägige Ausnahme für sanktioniertes iranisches Öl auf See auslaufen.
Eine vergleichbare Ausnahme für russisches Öl hat die US-Regierung bereits am vergangenen Wochenende nicht verlängert, wie Reuters unter Berufung auf zwei Regierungsvertreter berichtete. „Das Finanzministerium geht mit seiner Kampagne ,Economic Fury‘ mit voller Kraft gegen Iran vor“, sagte einer der beiden laut Reuters.
Ölausnahmen sollten Energiepreise dämpfen
US-Finanzminister Scott Bessent hatte die Iran-Ausnahme am 20. März erlassen. Sie ermöglichte nach seinen Angaben rund 140 Millionen Barrel Öl den Zugang zu den Weltmärkten und sollte die Energiepreise während des Konflikts mit dem Iran dämpfen. Die Ausnahme läuft laut Reuters am 19. April aus.
Abgeordnete von Demokraten und Republikanern hatten die Ausnahmen kritisiert, weil sie die Wirtschaft Irans während des Krieges mit den USA und die Wirtschaft Russlands während des Krieges gegen die Ukraine stützten, berichtete Reuters.
Bessent erklärte, die US-Blockade der Straße von Hormus werde sicherstellen, dass weder chinesische noch andere Schiffe die Meerenge passieren könnten. China habe mehr als 90 Prozent des iranischen Öls gekauft, was etwa acht Prozent der jährlichen chinesischen Einfuhren entspreche, so Bessent.
Shamkhani-Netzwerk nutzt Tarnfirmen
Das sanktionierte Shamkhani-Netzwerk wickelt laut US-Finanzministerium milliardenschwere iranische und russische Erdölverkäufe ab. Shamkhani ist der Sohn des verstorbenen iranischen Sicherheitsfunktionärs Ali Shamkhani. Das Ministerium erklärte, das Netzwerk nutze nach außen seriös wirkende Beratungs- und Schifffahrtsfirmen, um Sanktionen zu umgehen.
Today, as part of Economic Fury, Treasury’s Office of Foreign Assets Control (OFAC) sanctioned an oil smuggling network run by Iranian shipping magnate Mohammad Hossein Shamkhani, the son of now-deceased senior Iranian security official Ali Shamkhani. OFAC today also sanctioned…
— Treasury Department (@USTreasury) April 15, 2026
Zusätzlich sanktionierte das Ministerium den iranischen Staatsangehörigen und Hisbollah-Finanzier Seyed Naiemaei Badroddin Moosavi sowie drei Firmen. Moosavi und die drei Firmen seien laut Ministerium in ein Geldwäscheschema verwickelt, bei dem iranisches Öl gegen venezolanisches Gold getauscht worden sei – zugunsten der Hisbollah und der iranischen Revolutionsgarden.
Warnbriefe an vier Länder und Gebiete
Das US-Finanzministerium verschickte laut Reuters zudem Warnbriefe an China, Hongkong, die VAE und Oman. Darin benannte Washington Banken, die iranische Finanzströme ermöglicht haben sollen. „Ich erwarte Ihr rasches Handeln, um illegale Aktivitäten mit Iran-Bezug zu erkennen und zu stoppen“, schrieb Bessent in dem Brief, den Reuters einsehen konnte.
Seit Beginn seiner Kampagne gegen den Iran hat das Ministerium eigenen Angaben zufolge über 1000 Personen, Schiffe und Flugzeuge sanktioniert.


