Berlin

Warnstreik im öffentlichen Dienst: Das müssen Eltern, Schüler und Bürger wissen

Die Gewerkschaft Verdi hat für Mittwoch Beschäftigte in Berlin und Brandenburg zum Ausstand aufgerufen. Berliner müssen sich auf erhebliche Einschränkungen einstellen.

Die Gewerkschaft Verdi will den Druck auf die öffentlichen Arbeitgeber erhöhen.
Die Gewerkschaft Verdi will den Druck auf die öffentlichen Arbeitgeber erhöhen.IMAGO/Wolfgang Maria Weber

Die Gewerkschaft Verdi hat für Mittwoch zu einem umfassenden Warnstreik im öffentlichen Dienst aufgerufen. Berliner müssen sich auf erhebliche Einschränkungen einstellen, die von Kitaschließungen über Schulausfälle bis hin zu geschlossenen Bezirksämtern reichen können.

Betroffen sind zahlreiche Bereiche des öffentlichen Dienstes. Auch Beschäftigte von Feuerwehr, Polizei und Senatsverwaltungen sollen sich an dem Ausstand beteiligen, wie Verdi-Sprecher Kalle Kunkel der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. In Brandenburg sind unter anderem Mitarbeiter der Polizei sowie der Landesministerien und ihrer nachgeordneten Behörden zum Streik aufgerufen.

Welche Einrichtungen konkret schließen müssen, variiert von Bezirk zu Bezirk. Eltern, Schüler und Bürger sollten sich auf Ausfälle und längere Wartezeiten einstellen. Die BVG ist von dem Warnstreik nicht betroffen – ihre Mitarbeiter sind am Mittwoch nicht zum Ausstand aufgerufen.

Gewerkschaft fordert sieben Prozent mehr Lohn

Hintergrund des Warnstreiks sind die laufenden Tarifverhandlungen mit den Ländern. Verdi fordert sieben Prozent mehr Gehalt pro Monat. Um untere Lohngruppen zu stärken, verlangt die Gewerkschaft zusätzlich ein Mindestplus von 300 Euro.

Bereits in den vergangenen Wochen hatte es in vielen Bundesländern Warnstreiks gegeben, insbesondere an Schulen in Ostdeutschland. Mit dem erneuten Ausstand will die Gewerkschaft zum Auftakt der dritten Verhandlungsrunde den Druck auf die Arbeitgeberseite erhöhen.

In den ersten beiden Verhandlungsrunden hatten die Arbeitgeber kein konkretes Angebot vorgelegt. Das sorgt für wachsenden Unmut unter den Beschäftigten. „Wir erwarten endlich ein Angebot, das der Bedeutung der Arbeit im öffentlichen Dienst gerecht wird", erklärte Verdi-Landesbezirksleiterin Andrea Kühnemann.

2,2 Millionen Beschäftigte von Verhandlungen betroffen

Von den Tarifverhandlungen sind insgesamt rund 2,2 Millionen Beschäftigte betroffen. Für mehr als 900.000 Tarifbeschäftigte wird direkt verhandelt. Rund 1,3 Millionen Beamte und Versorgungsempfänger sollen ein mögliches Ergebnis später per Gesetz in den einzelnen Ländern übertragen bekommen.

Im Rahmen des Warnstreiks ist am Mittwoch ab 9.30 Uhr eine Demonstration vom Potsdamer Lustgarten zum Verhandlungsort, dem Kongresshotel, geplant. Dort soll ab 11.45 Uhr eine Abschlusskundgebung stattfinden.