Afrika

Wahl in Uganda: Museveni gewinnt – Aufenthaltsort des Oppositionsführers unklar

Ugandas Präsident Museveni wurde für eine siebte Amtszeit wiedergewählt. Sein Herausforderer Bobi Wine wirft ihm „gefälschte Ergebnisse“ vor.

Der Präsident Ugandas, Yoweri Museveni
Der Präsident Ugandas, Yoweri MuseveniAFP

Bei der Präsidentenwahl in Uganda ist Amtsinhaber Yoweri Museveni nach offiziellen Angaben für eine siebte Amtszeit wiedergewählt worden. Die Wahlkommission gab einem Reuters-Bericht zufolge am Samstag in der Hauptstadt Kampala bekannt, dass Museveni knapp 72 Prozent der Stimmen erhalten habe. Der Oppositionsführer und frührere Popstar Bobi Wine, der „massive Wahlfälschung“ anprangerte, kam demnach auf rund 24 Prozent.

Wine hatte Musevenis Regierung nach der Wahl unter anderem beschuldigt, gefälschte Stimmzettel in Wahlurnen gestopft zu haben. Afrikanische Wahlbeobachter erklärten am Samstag, sie hätten keinen solchen Wahlbetrug festgestellt. Sie kritisierten aber „Berichte über Einschüchterungen, Verhaftungen und Entführungen“.

Wahl in Uganda: Opposition erhebt Vorwürfe

Am Samstag sprach Wine, der mit bürgerlichem Namen Robert Kyagulanyi Ssentamu heißt, von „gefälschten Ergebnissen“. Zudem gab er an, dass das Militär und die Polizei in der vergangenen Nacht sein Haus durchsucht hätten. „Ich möchte bestätigen, dass es mir gelungen ist, ihnen zu entkommen“, erklärte er auf X. Jedoch würden seine Frau und weitere Familienangehörige derzeit unter Hausarrest stehen. Personen aus seinem Umfeld sagten gegenüber Reuters, er sei in Uganda auf der Flucht.

Wines Partei National Unity Platform (NUP) hatte am Freitag auf X zunächst mitgeteilt, Soldaten seien mit einem Hubschrauber auf dem Grundstück des Oppositionsführers gelandet und hätten Wine „mit Gewalt an einen unbekannten Ort verschleppt“. Später löschte die Partei den Beitrag wieder.

Der seit 1986 regierende Museveni war schon vor der Wahl von der Opposition scharf kritisiert worden. Nach Angaben der Opposition wurden bei der Wahl mindestens zehn Menschen getötet. Viele Menschen in Uganda schätzen laut Reuters jedoch auch die relative Stabilität, die seine lange Amtszeit mit sich gebracht habe.

Vor der Wahl wurde dem Bericht zufolge eine Internetsperre verhängt, die laut den Behörden notwendig war, um „Desinformation“ zu verhindern. Am Wahltag selbst gab es massive technische Probleme, in vielen Wahllokalen startete die Abstimmung mit mehrstündiger Verspätung.