Tanken

Spritpreise sinken zweiten Tag in Folge: Tanken bleibt trotzdem teuer

Die Preise für Kraftstoff sinken in Deutschland vorerst weiter. Die Diskussion um politische Maßnahmen reißt aber nicht ab, auch Berlins Bürgermeister schaltet sich ein.

Die Preislage an deutschen Tankstellen beruhigt sich etwas.
Die Preislage an deutschen Tankstellen beruhigt sich etwas.Michael Brandt/dpa

Die Kraftstoffpreise in Deutschland sind den zweiten Tag in Folge deutlich gesunken. Diesel verbilligte sich im bundesweiten Tagesdurchschnitt am Donnerstag um 7,3 Cent auf 2,346 Euro pro Liter, wie der ADAC mitteilte. Superbenzin der Sorte E10 fiel um 4,3 Cent auf 2,112 Euro pro Liter. Seit dem Einbruch des Ölpreises in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch summieren sich die Rückgänge damit auf 10,1 Cent beim Diesel und 7,6 Cent beim E10.

Trotz der spürbaren Entlastung bleibt Tanken erheblich teurer als vor Beginn des Krieges Ende Februar: Beim Diesel liegt der Aufschlag noch bei rund 60 Cent pro Liter, beim Superbenzin bei gut 33 Cent. Mittags sind weiterhin Preissprünge nach oben zu erwarten, im  Tagesdurchschnitt geht der Trend jedoch weiter nach unten.

Politische Diskussion: Viele Vorschläge, keine Maßnahmen

Die politische Debatte über Entlastungsmaßnahmen hält an. Vizekanzler Lars Klingbeil lädt am Freitag Wirtschafts- und Gewerkschaftsvertreter zu einem Energiepreis-Krisengipfel ein. Der SPD-Chef hatte zuvor vorgeschlagen, Bürger über eine Mobilitätsprämie zu entlasten und diese mit einer Übergewinnsteuer für die Energiekonzerne zu finanzieren. Darüber hinaus warb er für einen flexiblen Preisdeckel für Kraftstoffe.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) dämpfte hingegen am Donnerstag in Berlin die Erwartungen. Schnelle Entscheidungen seien nicht zu erwarten. Konkrete Zusagen für kurzfristige Entlastungen bei den Spritpreisen sprach er nicht aus. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) zeigte sich im ARD-Morgenmagazin am Freitag unzufrieden mit der Vorgehensweise seines Parteichefs und forderte schnelle Maßnahmen wie die Absenkung der CO2-Steuer und einen Spritpreisdeckel.

Ob sich der Abwärtstrend an den Tankstellen fortsetzt, hängt maßgeblich von der Entwicklung des Rohölpreises und der geopolitischen Lage im Nahen Osten ab. Am Freitagmorgen bewegte sich der Ölpreis vor den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran kaum. Ein Fass der für Europa maßgeblichen Nordseesorte Brent kostete rund 97 Dollar. Damit blieb der Preis deutlich unter der Marke von 100 Dollar, nachdem er am Mittwoch im Zuge einer vereinbarten Waffenruhe zeitweise fast auf 90 Dollar gefallen war. (mit dpa)