Die Bundesregierung erwägt angesichts der Rekordpreise an deutschen Tankstellen offenbar konkrete Entlastungsmaßnahmen für Pendler. Wie die Welt berichtet, prüft Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) eine Anhebung der Pendlerpauschale auf bis zu 45 Cent pro Kilometer sowie eine Senkung der Stromsteuer.
Damit bewegt sich der Kanzler auf die Position seiner Wirtschaftsministerin Katherina Reiche zu, die sich zuvor bereits öffentlich für eine höhere Pendlerpauschale ausgesprochen hatte.
Reiche hatte zuletzt sowohl einen staatlichen Tankrabatt als auch ein Tempolimit klar abgelehnt. Die Pendlerpauschale komme zielgenau jenen zugute, die auf ihr Fahrzeug angewiesen seien, argumentierte die CDU-Politikerin.
Die Debatte über geeignete Gegenmaßnahmen spaltet die politischen Lager. Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm bezeichnete eine höhere Pendlerpauschale zwar als „keine schlechte Idee“, warb aber vor allem für ein Tempolimit – eine Forderung, die sie mit Grünen-Fraktionschefin Dröge teilt.
Infolge der iranischen Blockade der Straße von Hormus sind die Spritpreise massiv angestiegen. Seit Kriegsbeginn war der Ölpreis von rund 72 US-Dollar Ende Februar auf zwischenzeitlich mehr als 120 US-Dollar pro Barrel geklettert. US-Präsident Trump verkündete am Dienstagabend eine „beidseitige Waffenruhe“, woraufhin der Iran erklärte, die Meerenge wieder öffnen zu wollen. Der Ölpreis fiel daraufhin auf rund 92 US-Dollar.
An den deutschen Zapfsäulen kam die Entspannung am Mittwoch allerdings noch nicht vollständig an. Laut ADAC verteuerte sich E10 um 12 Uhr um 5,7 Cent auf 2,208 Euro pro Liter, Diesel stieg um 5,3 Cent auf 2,471 Euro. Zwischenzeitlich hatte Diesel am Dienstag erstmals die Marke von 2,50 Euro im Durchschnitt überschritten. Allerdings war der Preisanstieg am Mittwoch der geringste seit Einführung der neuen 12-Uhr-Regel vor einer Woche – vergangene Woche hatten die Sprünge teils mehr als 10 Cent betragen.


