Das US-Militär hat Berichte iranischer Medien zurückgewiesen, wonach iranische Streitkräfte ein US-Kriegsschiff mit Raketen angegriffen haben sollen. Das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando Centcom teilte am Montag auf X mit, die Darstellung sei falsch. Kein Schiff der US-Marine sei getroffen worden.
Zuvor hatte die iranischen Nachrichtenagentur Fars berichtet, es sollen zwei Raketen ein Kriegsschiff der amerikanischen Marine in der Nähe der südiranischen Hafenstadt Jask getroffen haben. Lokale Quellen im Süden des Landes berichten laut einem Reporter der Agentur, das Schiff habe versucht, in Richtung der Straße von Hormus zu fahren, und sei zuvor durch die iranische Marine verwarnt worden.
Fars zufolge habe die Fregatte die Warnung ignoriert und damit die Sicherheit des maritimen Verkehrs gefährdet. Daraufhin sei sie mit Raketen beschossen worden. Das Schiff sei nach dem Treffer gezwungen gewesen, abzudrehen und das Gebiet zu verlassen, heißt es in dem Bericht.
Iran: Nur Warnschuss abgefeuert
Ein ranghoher Vertreter des Iran sagte der Nachrichtenagentur Reuters hingegen, die iranischen Streitkräfte hätten lediglich einen Warnschuss abgefeuert, um die Einfahrt eines US-Kriegsschiffes in die Straße von Hormus zu verhindern. Diese Darstellung weicht damit deutlich von der ursprünglichen Meldung der Fars-Agentur ab, die von zwei Raketentreffern gesprochen hatte.
Die Islamische Republik Iran habe wiederholt erklärt, dass eine Passage durch die Straße von Hormus ohne offizielle Genehmigung Teherans nicht möglich sei. Jede Missachtung dieser Vorgabe werde mit einer „entschlossenen Antwort“ der Streitkräfte beantwortet, so die Agentur.
Angaben zum Ausmaß möglicher Schäden oder zu Opfern macht Fars nicht. Über die Centcom-Stellungnahme hinaus liegt eine Stellungnahme des Verteidigungsministeriums oder der Marine der USA, die nähere Details zum Vorfall enthielte, zum Zeitpunkt der Meldung nicht vor. Auch eine unabhängige Verifizierung der Darstellung durch andere Quellen steht aus.
Hintergrund: Geleitaktion „Project Freedom“ der USA
Der gemeldete Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund einer von US-Präsident Donald Trump angekündigten Geleitaktion. Unter dem Namen „Project Freedom“ sollen seit Wochenbeginn Handelsschiffe sicher durch die blockierte Meerenge geführt werden. Nach Angaben des amerikanischen Regionalkommandos Centcom unterstützen 15.000 Soldaten, lenkwaffenbestückte Zerstörer, mehr als 100 Flugzeuge sowie unbemannte Systeme den Einsatz.
Die iranische Armee hatte nach der Ankündigung Trumps am Montag erklärt, sie werde jedes Schiff angreifen, das sich unabgesprochen durch die Straße von Hormus bewege.
Die Straße von Hormus zählt zu den strategisch wichtigsten Seewegen der Welt: Ein erheblicher Teil des weltweit per Schiff transportierten Erdöls passiert die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. Brokerangaben zufolge sitzen rund 1600 Schiffe beidseits der Meerenge fest.


