Wirtschaftskrise

Volkswagen: Gewinn 2025 um die Hälfte eingebrochen

Die Bilanz des Autobauers zeigt zunehmende Anzeichen einer Krise. Jetzt gab der Konzern eine deutliche Reduzierung seiner Gewinne bekannt. Gibt es überhaupt Lichtblicke?

Der VW-Konzern gab für 2025 einen deutlichen Rückgang seiner Gewinne bekannt.
Der VW-Konzern gab für 2025 einen deutlichen Rückgang seiner Gewinne bekannt.Julian Stratenschulte

Der Gewinn des Volkswagen-Konzerns ist im vergangenen Jahr um fast die Hälfte eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahr sei das Konzernergebnis nach Steuern 2025 um rund 44 Prozent von 12,4 Milliarden Euro auf 6,9 Milliarden Euro gesunken, teilte Europas größter Autobauer in Wolfsburg mit.

In einem Brief an die Aktionäre schreibt der Vorstand: „In Summe sollen im Volkswagen Konzern bis 2030 rund 50.000 Stellen in Deutschland wegfallen.“ Bisher werden betriebsdingte Kündigungen ausgeschlossen.

Die ausführliche Bilanz stellt Volkswagen heute um 9.30 Uhr bei einer Jahrespressekonferenz in Wolfsburg vor. Vorstandschef Oliver Blume und Finanzvorstand Arno Antlitz präsentieren das Zahlenwerk.

Die Gründe für die Schieflage sind vielschichtig: US-Zölle, die harte Konkurrenz auf dem zentralen Absatzmarkt China sowie hausgemachte Probleme bei den einstigen Ertragsperlen Audi und Porsche belasten den Konzern. Finanzvorstand Antlitz warnte bereits, dass „margenschwächere Elektroautos, US-Zölle und laufende Restrukturierungsmaßnahmen“ das Geschäft zusätzlich unter Druck setzten.

Der Gewinneinbruch ist ein klares Alarmsignal

Stefan Reindl, Vorsitzender des Instituts für Automobilwirtschaft, sieht große Herausforderungen für den Konzern: „Die Lage ist ernst – nicht existenzbedrohend, aber ein klares Alarmsignal." Bei der Kernmarke VW seien Fortschritte erkennbar. Vor allem in China, wo der Absatzrückgang mit sogenannten Range-Extender-Modellen – Elektroautos mit zusätzlichem Verbrennungsmotor zur Reichweitenverlängerung – gestoppt werden könnte.

Die Jahrespressekonferenz von VW bildet den Auftakt zu einer Autowoche: Am Donnerstag folgt die Porsche AG mit ihren Jahreszahlen, danach BMW.