Schleuser-Tragödie

Vier tote Männer in Kroatien nahe slowenischer Grenze entdeckt

Ein Lkw-Fahrer setzt eine Gruppe Migranten in Kroatien aus. Für vier Männer endet die Schleusenfahrt tödlich, zwei schweben in Lebensgefahr.

Migranten an der Grenze zu Slowenien
Migranten an der Grenze zu SlowenienVjeran Zganec-Rogulja PIXSELL/imago

Im Ort Donje Prilišće in der Gemeinde Netretić unweit der Stadt Karlovac sind am Sonntagabend vier männliche Migranten tot aufgefunden worden. Zwei weitere Männer wurden in kritischem Gesundheitszustand in ein Krankenhaus gebracht. Das berichtet das kroatische Portal KAportal.hr unter Berufung auf Angaben der Polizei.

Laut KAoortal.hr ging nach Darstellung der Behörden gegen 22.30 Uhr ein Hinweis auf eine größere Gruppe Migranten im Gebiet Netretić ein. Die zum Tatort entsandten Beamten fanden vier Leichen sowie zwei Schwerverletzte vor. Eine weitere männliche Person habe den Verunglückten Hilfe geleistet, hieß es in der Mitteilung der Polizei.

Bei der Durchsuchung der näheren Umgebung, in der Nähe des ehemaligen Grenzübergangs zu Slowenien, stießen die Einsatzkräfte auf zwölf weitere ausländische Staatsangehörige, wie KAportal.hr berichtet. Insgesamt wurden demnach 13 Personen in das nahegelegene Asylzentrum gebracht.

„Unmenschlichen Bedingungen“ bei Lastwagenfahrt

Den bisherigen Ermittlungen zufolge, über die sowohl KAportal.hr als auch die Nachrichtenagentur Reuters berichten, brachte ein bislang unbekannter Fahrer die Gruppe in einem Lastwagen an den Fundort und verließ den Ort, nachdem er die Menschen abgesetzt hatte. Die Migranten gaben gegenüber den Behörden an, sie seien während der Fahrt „unmenschlichen Bedingungen“ ausgesetzt gewesen.

Am Tatort wurde unter Leitung der zuständigen Bezirksstaatsanwältin eine Spurensicherung durchgeführt, wie KAportal.hr meldet. Zur Klärung der genauen Todesursache und zur Identifizierung der Verstorbenen ordneten die Behörden Obduktionen an. Weitere Details zur Herkunft der Gruppe nannte die Polizei laut Reuters nicht.

Die Ermittlungen richten sich gegen den Fahrer wegen mehrerer Straftatbestände, wie KAportal.hr unter Berufung auf die Polizei berichtet. Dazu zählen rechtswidrige Einreise, Bewegung und Aufenthalt in Kroatien, einem anderen EU-Mitgliedstaat oder einem Unterzeichnerstaat des Schengener Abkommens. Hinzu kommt der Vorwurf schwerer Straftaten gegen die öffentliche Sicherheit, der den Tatbestand der Gefährdung von Leben und Eigentum durch eine gemeingefährliche Handlung umfasst.

Wie Reuters berichtet, sind kriminelle Banden aus dem gesamten Westbalkan in den Menschenhandel mit Migranten aus Asien und dem Nahen Osten verwickelt, die versuchen, EU-Staaten zu erreichen.