Grönland

Verteidigungsminister Pistorius stellt Militärpräsenz in Arktis in Aussicht

Nato-Staaten könnten in der Arktis Militär zur Überwachung und für Patrouillen einsetzen, so der deutsche Verteidigungsminister. Eine Idee könnte eine „Arctic Sentry“-Mission sein.

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD)
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD)John MacDougall/AFP

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat eine stärkere Militärpräsenz von Nato-Staaten in der Arktis in Aussicht gestellt. Dabei gehe es um Überwachung und Patrouillen, sagte Pistorius bei einem Treffen mit der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas. Das Bedürfnis nach verstärktem Schutz in der Region begründete er mit einer dort zunehmenden russischen Militärpräsenz.

Daher sei insbesondere der Schutz der Meeresrouten im Nordatlantik zwischen Grönland, Island und Großbritannien wichtig. Diese könnten im Konfliktfall von anderen Mächten dazu genutzt werden, eine „Abschottung Amerikas von Europa und umgekehrt“ zu erreichen, sagte Pistorius.

Verteidigungsminister nennt Mission „Arctic Sentry“ als mögliche Idee

In den vergangenen Wochen hatte US-Präsident Donald Trump mit der gleichen Begründung wiederholt Anspruch auf die Insel Grönland erhoben. Er verwies auf das nationale Sicherheitsinteresse der USA, russische und chinesische Präsenz in der Arktis, und erklärte, dass Dänemark Grönland nicht ausreichend schützen könne.

Pistorius sagte nun, der Schutz der Arktisregion liege nicht nur im Interesse der USA, sondern der gesamten Nato. Eine mögliche Idee sei laut Verteidigungsminister eine gemeinsame Mission unter dem Namen „Arctic Sentry“, um eine stärkere Überwachung des Gebiets zu gewährleisten. Unter dem Namen „Baltic Sentry“ überwachen Nato-Staaten seit Anfang vergangenen Jahres bereits den Ostsee-Raum.

Angesichts des US-Drucks auf Grönland betonte Pistorius die Verpflichtung zur Achtung der „territorialen Integrität und Souveränität des Königreichs Dänemark und damit auch Grönlands“. Offene Fragen müssten „einvernehmlich miteinander und nach geltendem Völkerrecht und in gemeinsamer Verantwortung für die Sicherheit im Nordatlantik“ geklärt werden.