Die kriegsbedingte Blockade der Straße von Hormus trifft die deutsche Schifffahrt massiv: 44 Schiffe unter deutscher Flagge oder in deutschem Besitz befinden sich derzeit in der betroffenen Region, dazu knapp 1000 deutsche Seeleute. Martin Kröger, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Reeder (VDR), bezeichnete die Lage im Deutschlandfunk als „ziemliche Katastrophe".
Kröger forderte eine international koordinierte Aktion zum Schutz ziviler Handelsschiffe. Deutschland müsse sich dabei zumindest auf diplomatischer Ebene einbringen. Der Verbandsgeschäftsführer kritisierte in diesem Zusammenhang Äußerungen von US-Präsident Trump, die offenbar eine Unterscheidung zwischen verschiedenen Schiffstypen nahelegen. Aus Deutschland seien viele Containerschiffe unterwegs, die ebenso wie Öltanker geschützt werden müssten, betonte Kröger.
Deutsche Handelsflotte als wirtschaftlicher Faktor
Der VDR-Hauptgeschäftsführer unterstrich die wirtschaftliche Tragweite der Krise. Deutschland verfüge über eine der größten Handelsflotten weltweit – einen „wahren Schatz", wie Kröger es formulierte. Sollte der Trend zur Sabotage internationaler Seewege anhalten, seien Veränderungen in den globalen Lieferketten zu erwarten. Ob dies jedoch tatsächlich zu weniger Schiffstransporten führe, ließ Kröger offen: Das sei „dahingestellt".
Besatzungen durch Huthi-Angriffe krisenerprobt
Trotz der angespannten Sicherheitslage zeigte sich Kröger mit Blick auf die Besatzungen zuversichtlich. Die Crews arbeiteten professionell und seien krisenerprobt. Sie könnten auf Erfahrungen zurückgreifen, die sie während der Angriffe der Huthi-Rebellen aus dem Jemen auf Handelsschiffe im Roten Meer gesammelt hätten. Diese Vorfälle hatten bereits in den vergangenen Monaten die internationale Schifffahrt in der Region erheblich beeinträchtigt.
Die Straße von Hormus, eine Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman, zählt zu den wichtigsten Seewegen der Welt. Ein großer Teil des weltweiten Öltransports und internationaler Warenströme passiert diese Engstelle.


