Lateinamerika

Maduro: Venezuela nimmt „Söldner“ aus der Ukraine und den USA fest

Nach Angaben des venezolanischen Präsidenten wollten die insgesamt sieben ausländischen Staatsbürger, die festgenommen wurden, Terroranschläge verüben.

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro behauptet, dass ukrainische und US-„Söldner“ festgenommen wurden.
Venezuelas Präsident Nicolás Maduro behauptet, dass ukrainische und US-„Söldner“ festgenommen wurden.Pedro Mattey/AFP

Kurz vor seiner umstrittenen Amtseinführung hat der Präsident Venezuelas Nicolás Maduro behauptet, dass sieben ausländische Staatsbürger aus den USA, der Ukraine und Kolumbien festgenommen worden sind. Dabei handele es sich um „Söldner“, die angeblich Gewalttaten im Land geplant hatten, wie Maduro am Dienstag in einer Fernsehansprache sagte.

„Allein heute haben wir sieben ausländische Söldner gefangen genommen, darunter zwei wichtige Söldner aus den Vereinigten Staaten“, sagte der venezolanische Präsident. Insgesamt, so Maduro weiter, seien bislang 125 ausländische Söldner aus 25 verschiedenen Ländern gefangen genommen worden, die in das südamerikanische Land eingereist seien, „um Terrorismus gegen das venezolanische Volk zu verüben“. „Sie sind verurteilt und ich bin sicher, dass sie in den ersten Stunden ein Geständnis ablegen werden“, fügte er hinzu. Weder das US-Außenministerium noch das kolumbianische Außenministerium haben sich zu Maduros Behauptungen geäußert. Eine Anfrage des Senders CNN Espanol an das ukrainische Außenministerium blieb auch unbeantwortet.

Maduro erhöht kurz vor Vereidigung Sicherheitsmaßnahmen

Maduro hat wenige Tage vor seiner geplanten Vereidigung für eine weitere Amtszeit die Sicherheitsmaßnahmen landesweit verschärft. Er verabschiedete dazu ein entsprechendes Dekret, nach dem militärische, zivile und polizeiliche Kräfte vereint werden, wie der staatliche Fernsehsender VTV mitteilte. Die Einheit solle ab sofort und bis einschließlich Freitag – dem Tag der Vereidigung – in allen Bundesstaaten, Städten und Gemeinden aktiviert werden.

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hat wenige Tage vor seiner geplanten Vereidigung für eine weitere Amtszeit die Sicherheitsmaßnahmen landesweit verschärft.
Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hat wenige Tage vor seiner geplanten Vereidigung für eine weitere Amtszeit die Sicherheitsmaßnahmen landesweit verschärft.Matias Delacroix/AP

Die Opposition hatte angekündigt, am Donnerstag gegen die Vereidigung Maduros protestieren zu wollen. Die venezolanischen Behörden haben bereits höhere Sicherheitsvorkehrungen getroffen und vermummte Polizisten an den Einfahrtsstraßen der Hauptstadt Caracas sowie rund um den Regierungspalast und das Parlament postiert, wie die Zeitung El Nacional berichtete. Die Metrostationen von Caracas würden von bewaffneten Beamten bewacht.

Venezuela: Opposition hatte den Wahlsieg für sich reklamiert

Nach der Präsidentenwahl in Venezuela im Juli hatte Oppositionskandidat Edmundo González den Sieg für sich reklamiert. Die USA und mehrere Länder Lateinamerikas erkennen ihn als Wahlsieger an. Die Wahlbehörde erklärte allerdings den seit fast zwölf Jahren regierenden Staatschef Maduro zum Wahlsieger.

González war Anfang September nach Spanien ausgereist und hatte dort politisches Asyl beantragt. Zuletzt kündigte er an, in seine Heimat zurückzukehren und sich am Freitag ebenfalls als Präsident des südamerikanischen Landes vereidigen zu lassen. Allerdings liegt in Venezuela ein Haftbefehl gegen ihn vor. (mit dpa)