Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump will monatlich 4500 Asylanträge weißer Südafrikaner bearbeiten – eine Zahl, die die von Trump selbst festgelegte jährliche Obergrenze von 7500 Flüchtlingen weltweit innerhalb weniger Wochen sprengen würde. Das geht aus einem bislang unveröffentlichten Vertragsdokument des US-Außenministeriums vom 27. Januar hervor, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.
Demnach ist das Ziel von 4500 Anträgen pro Monat vom Weißen Haus als „präsidiale Priorität“ eingestuft worden. Um die Verfahren zu beschleunigen, lässt Washington auf dem Gelände der US-Botschaft in Pretoria 14 vorgefertigte Modulgebäude als „temporäres Dorf“ errichten. Ein südafrikanisches Unternehmen erhielt dafür einen Direktauftrag über 772.000 US-Dollar.
Krise nach Durchsuchung von US-Einrichtung
Der Umzug auf das Botschaftsgelände wurde nötig, nachdem südafrikanische Behörden im Dezember 2025 eine zuvor genutzte Einrichtung in Johannesburg durchsucht hatten. Dabei wurden sieben kenianische Vertragsmitarbeiter festgenommen und zwei US-Beamte kurzzeitig in Gewahrsam genommen. Die Aktion führte zu erheblichen diplomatischen Spannungen zwischen Pretoria und Washington.
Trotz der Konfrontation will Südafrika das Programm offenbar nicht blockieren. Laut einer internen E-Mail südafrikanischer Regierungsvertreter, die Reuters einsehen konnte, signalisiert Pretoria den Wunsch nach Deeskalation.
„Die Behauptung, Afrikaner seien systematischer Verfolgung ausgesetzt, ist grundlegend unbegründet“, sagte Außenamtssprecher Chrispin Phiri gegenüber Reuters mit Bezug auf die weiße afrikaansprachige Bevölkerungsgruppe. Das Programm werde man aber nicht behindern, solange es sich im rechtlichen Rahmen bewege.
Tausende Anträge, aber kaum Einreisen
Aktuell stockt das Vorhaben dennoch: Das Außenministerium setzte laut einer E-Mail an Antragsteller vom 23. Februar bis 9. März sämtliche Flüchtlingseinreisen aus. Ein US-Beamter erklärte gegenüber Reuters unter Wahrung der Anonymität, das Heimatschutzministerium habe Genehmigungen verzögert. Da Trumps genereller Aufnahmestopp aus dem Januar 2025 weiterhin gilt, müssen südafrikanische Flüchtlinge einzeln von Außenminister Marco Rubio und Heimatschutzministerin Kristi Noem genehmigt werden.
Bis Ende Januar waren lediglich rund 2000 weiße Südafrikaner im Rahmen des im Mai 2025 gestarteten Programms in die USA eingereist. Die südafrikanische Handelskammer in den USA hatte erklärt, mehr als 67.000 Menschen hätten Interesse an einer Umsiedlung bekundet.


