Die US-Regierung unter Donald Trump wird am Montag die erste Gruppe weißer Südafrikaner willkommen heißen, die sie zuvor als Flüchtlinge eingestuft hatte. Wie US-Medien unter Berufung auf Regierungsbeamte und offizielle Dokumente berichte, werden 54 südafrikanische Staatsbürger am Sonntag von Johannesburg aus starten und am Montag auf dem Flughafen Washington Dulles eintreffen. Dort werden sie im Rahmen einer Veranstaltung von Regierungsvertretern empfangen.
Ein US-Regierungsbeamter erklärte gegenüber der BBC, dass „weiße Südafrikaner, die Opfer ungerechter Rassendiskriminierung sind“, bei Interviews für eine Umsiedlung in die USA vorrangig behandelt werden. Seit Januar ist das US-Flüchtlingsaufnahmeprogramm, das Tausenden von Menschen, die vor Krieg oder Hungersnot fliehen, Schutz in den USA bietet, ausgesetzt.
Berichten zufolge haben sich bisher Tausende Südafrikaner an die US-Botschaft in Pretoria gewandt. Die US-Nachrichtenplattform „The Lever“ zitierte ein Memo vom 30. April, wonach Washington sich darauf vorbereite, in diesem Jahr bis zu tausend Südafrikaner neu anzusiedeln, so eine Regierungsquelle.
Die Beziehungen zwischen den USA und Südafrika sind seit Monaten angespannt. Trump hatte im Februar die Hilfen seines Landes für Südafrika eingefroren. Dabei hatte er sich auf ein Landenteignungsgesetz berufen, welches seiner Ansicht nach weiße Farmer diskriminiert. Im März bot Trump den Landwirten die Aufnahme in den USA an. Sein Verbündeter Elon Musk, der während der Apartheid in Südafrika aufwuchs, hat sich ebenfalls kritisch über Pretoria geäußert und behauptet, das Land führe einen „Völkermord“ an weißen Farmern.
Pretoria besorgt über geplante Aufnahme weißer Südafrikaner in den USA
Die südafrikanische Regierung hatte sich besorgt über die geplante Aufnahme weißer Südafrikaner in den USA geäußert. Die Regierung sei „besorgt über die Information, dass die USA mit der Bearbeitung der Aufnahme mutmaßlicher Flüchtlinge aus Südafrika begonnen hat“, erklärte das südafrikanische Außenministerium am Freitag. Die Vorwürfe der Diskriminierung seien unbegründet. In der Vergangenheit hatte Trump Pretoria vorgeworfen, weiße Südafrikaner zu diskriminieren.
Das südafrikanische Außenministerium erklärte, selbst wenn es Vorwürfe der Diskriminierung gebe, reichten diese nicht aus, um eine Einstufung seiner Staatsbürger als Flüchtlinge zu rechtfertigen. Das Ministerium warf der US-Regierung vor, der Schritt sei „vollkommen politisch motiviert und konstruiert, um den demokratischen Rechtsstaat Südafrika infrage zu stellen“.


