Die Streitkräfte der Vereinigten Staaten haben nach Angaben des US-Central Command eine iranische Drohne im Arabischen Meer abgeschossen. Ein US-Kampfflugzeug vom Typ F-35C habe den unbemannten Flugkörper vom Typ Shahed-139 neutralisiert, nachdem er sich „aggressiv“ dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln genähert habe, teilte ein Militärsprecher am Dienstag mit.
Der Abschuss sei in internationalen Gewässern und zur „Selbstverteidigung“ erfolgt, um das Schiff und seine Besatzung zu schützen. Bei dem Vorfall wurde nach US-Angaben niemand verletzt und keine Ausrüstung beschädigt.
Das Fluggerät sei bis auf etwa 500 Meilen (rund 800 Kilometer) von Irans Südküste unterwegs gewesen, als es auf den Träger zusteuerte, hieß es weiter aus Militärkreisen. Die USA betonten, dass trotz de-eskalierender Maßnahmen das Verhalten der Drohne als Bedrohung eingestuft worden sei.
Der Vorfall reiht sich in eine Phase wachsender Spannungen zwischen den USA und dem Iran ein: Die USA haben ihre Militärpräsenz in der Region in den vergangenen Wochen deutlich verstärkt, unter anderem durch den Einsatz mehrerer Kriegsschiffe und Luftstreitkräfte. Satelliten- und Militäranalysen zeigen, dass neben der USS Abraham Lincoln mehrere F-15- und andere Kampfjets sowie Zerstörer im nordwestlichen Arabischen Meer operieren, um auf mögliche Gefährdungen vorbereitet zu sein.
Straße von Hormus: Zwischenfall mit iranischen Revolutionsgarden
Nur Stunden vor dem Abschuss kam es nach Angaben des US-Militärs zu einem weiteren Zwischenfall in der Straße von Hormus, einer der weltweit wichtigsten Schifffahrtsrouten für Öltransporte. Demnach näherten sich Einheiten der iranischen Revolutionsgarden mit Schnellbooten und einer Aufklärungsdrohne dem unter US-Flagge fahrenden Frachtschiff Stena Imperative und versuchten, es zu kontrollieren. Das Schiff habe seine Geschwindigkeit erhöht und die Fahrt fortgesetzt, teilte die US-Marine mit.
Die USA begründen den verstärkten Einsatz von Marineschiffen und Kampfflugzeugen mit dem Ziel, ihre Kräfte und Handelsschiffe in internationalen Gewässern zu schützen. Irans Haltung zu dem Drohnenabschuss wurde zunächst nicht offiziell kommentiert. Beobachter sehen den Vorfall vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Gespräche zwischen den USA und dem Iran über das Atomprogramm und anderer politischer Differenzen als weiteren Ausdruck der fragilen Lage in der Region.
USA stimmen sich vor Iran-Gesprächen mit Israel ab
Der US-Sondergesandte Steve Witkoff traf am Dienstag in Israel mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zusammen. Nach Angaben aus israelischen Kreisen ging es um die Abstimmung vor geplanten Gesprächen Witkoffs mit iranischen Vertretern, die am Freitag in Istanbul erwartet werden. An den Beratungen nahmen demnach auch Verteidigungsminister Israel Katz, Generalstabschef Ejal Zamir und Mossad-Chef David Barnea teil.
US-Präsident Donald Trump hatte Teheran zuletzt mehrfach mit Militärschlägen gedroht, während der Iran mit Gegenschlägen gegen Israel und die USA warnte. Das US-Militär baute seine Präsenz in der Region seit Anfang Januar deutlich aus. In Israel gibt es Medienberichten zufolge Zweifel am Erfolg möglicher Verhandlungen, insbesondere die Sorge, Washington könnte sich auf das iranische Atomprogramm beschränken und andere sicherheitsrelevante Fragen ausklammern.


