Das Pentagon entwickelt derzeit offenbar Pläne für einen sogenannten „letzten Schlag“ gegen den Iran, der den Einsatz von Bodentruppen und eine groß angelegte Bombardierungskampagne umfassen könnte. Das berichtet die Nachrichtenplattform Axios unter Berufung auf zwei US-Beamte und zwei weitere dem Portal zufolge informierte Quellen.
Einige US-Vertreter sind demnach der Auffassung, dass eine überwältigende Machtdemonstration entweder mehr Verhandlungsspielraum schaffen oder Trump die Möglichkeit geben würde, einen Sieg zu verkünden.
Konkret werden laut Axios vier Szenarien diskutiert: erstens eine Invasion oder Blockade der Insel Kharg, Irans wichtigstem Ölexporthafen; zweitens die Einnahme der Insel Larak, die dem Iran die Kontrolle über die Straße von Hormus sichert; drittens die Besetzung der strategischen Insel Abu Musa nahe dem westlichen Eingang der Meerenge, die vom Iran kontrolliert, aber auch von den Vereinigten Arabischen Emiraten beansprucht wird; sowie viertens das Abfangen iranischer Öltanker östlich der Straße von Hormus.
Darüber hinaus hat das US-Militär laut dem Bericht Pläne für Bodenoperationen tief im iranischen Landesinneren vorbereitet, um hoch angereichertes Uran in Nuklearanlagen zu sichern. Alternativ könnten großflächige Luftangriffe auf diese Einrichtungen erfolgen.
Trump habe noch keine Entscheidung über eines dieser Szenarien getroffen, hieß es aus dem Weißen Haus laut Axios. Mögliche Bodenoperationen würden als „hypothetisch“ eingestuft. Den Quellen zufolge sei der Präsident jedoch bereit zu eskalieren, sollten die Gespräche mit dem Iran keine greifbaren Ergebnisse liefern.
Trump: Iranische Unterhändler „betteln“ nach Deal
Auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump derweil am Donnerstag, die iranischen Unterhändler würden „betteln“, einen Deal abzuschließen, jedoch öffentlich behaupten, den US-Vorschlag lediglich zu „prüfen“. „Sie sollten besser bald ernst machen, bevor es zu spät ist, denn wenn das passiert, gibt es kein Zurück mehr“, so Trump in seinem Post.
Sprecherin Karoline Leavitt warnte zudem am Mittwoch den Iran, Trump sei bereit, „härter als je zuvor“ zuzuschlagen. „Der Präsident blufft nicht und ist bereit, die Hölle loszulassen“, sagte sie. Das Weiße Haus betonte zugleich, dass die Friedensgespräche andauerten. Pakistan, das als Vermittler fungiert, bestätigte indirekte Kontakte zwischen den Parteien.
Eine an den Vermittlungsbemühungen beteiligte Quelle sagte Axios, Pakistan, Ägypten und die Türkei versuchten weiterhin, ein Treffen zu organisieren. „Aber Misstrauen ist das Problem. Die Kommandeure der Revolutionsgarden sind sehr skeptisch“, sagte die Quelle dem Bericht nach. „Aber die Vermittler haben nicht aufgegeben.“
In den kommenden Tagen werden weitere US-Verstärkungen im Nahen Osten erwartet, darunter Kampfflugzeugstaffeln, eine Marineeinheit sowie eine Infanteriebrigade der 82. Luftlandedivision mit mehreren Tausend Soldaten.


