US-Medienberichte

Tödliche Schüsse in Minneapolis: Zwei US-Beamte offenbar suspendiert

Nach dem Tod eines Krankenpflegers bei einem ICE-Einsatz in Minneapolis wurden US-Medienberichten zufolge zwei Beamte suspendiert. Dies sei ein Standardverfahren.

Demonstranten versammeln sich in Minneapolis zu einer Kundgebung gegen die Einwanderungsbehörde ICE.
Demonstranten versammeln sich in Minneapolis zu einer Kundgebung gegen die Einwanderungsbehörde ICE.Adam Gray/AP/dpa

Zwei Grenzschutzbeamte, die an den tödlichen Schüssen auf den Krankenpfleger Alex Pretti in Minneapolis beteiligt waren, wurden offenbar vom Dienst suspendiert. Das Vorgehen sei Standard und solle nicht als Verdacht auf Fehlverhalten gewertet werden, erklärte das US-Heimatschutzministerium laut Fox News. Auch die New York Post und die New York Times berichteten über die Suspendierung.

Die Trump-Regierung hatte zuvor ein mögliches Fehlverhalten der beteiligten Bundesbediensteten eingeräumt. Vize-Stabschef Stephen Miller erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, das Weiße Haus prüfe, warum die Grenzschützer einem vorgegebenen Protokoll „möglicherweise nicht gefolgt sind“. Demnach hätten Verstärkungskräfte eine „physische Barriere“ zwischen den Einsatzkräften und Demonstranten errichten sollen.

Tod von Alex Pretti in Minneapolis löste Proteste aus

Die Äußerungen markierten einen deutlichen Kurswechsel. Miller hatte Pretti zunächst als „Attentäter“ bezeichnet – eine Wortwahl, die Trump nun ausdrücklich ablehnt. Miller schob die Verantwortung für seine ursprüngliche Aussage auf Heimatschutzministerin Kristi Noem, die fälschlicherweise behauptet hatte, der 37-Jährige habe eine Waffe in der Hand gehalten. Videoaufnahmen widerlegen diese Darstellung: Sie zeigen, dass die Grenzschützer Pretti bereits seine Pistole abgenommen hatten, bevor sie das Feuer eröffneten.

Laut einem am Dienstag veröffentlichten Bericht des Heimatschutzministeriums wurden die Schüsse auf Pretti von zwei Schützen abgefeuert: Von einem Mitarbeiter des Grenzschutzes Border Patrol und von einem Mitarbeiter der Grenzschutzeinheit Customs and Border Protection (CBP). Das Vorgehen der Einsatzkräfte in Minneapolis, die dort bereits am 7. Januar die unbewaffnete Autofahrerin Renee Good erschossen hatten, hatte landesweit Wut und Proteste ausgelöst.