Der scheidende ukrainische Botschafter Andrij Melnyk hat die Ausladung von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer auf Twitter auch ein zweites Mal untermauert. Kretschmer sei ein „lost case“ (ein verlorener Fall). Auch ein Besuch in Butscha oder Irpin würde den sächsischen Regierungsschef nicht helfen, seine „rosarote Russland-Brille abzulegen. No chance. Leider“ Russland wird vorgeworfen in Irpin und Butscha schwere Kriegsverbrechen begangen zu haben.
Melnyk hatte am Sonntag wegen Äußerungen von Kretschmer über den Ukraine-Krieg eine Einladung des CDU-Politikers in seine Heimat zurückgezogen. „Mit Ihrer absurden Rhetorik über das Einfrieren des Krieges spielen Sie in Putins Hände und befeuern Russlands Aggression“, schrieb Melnyk auf Twitter. Daher sei seine Einladung an Kretschmer, die Ukraine zu besuchen, „annulliert“.
Leider ist Herr @MPKretschmer ein lost case. Kein Besuch in Butscha oder Irpin würde dem sächsischen Ministerpräsidenten & dem CDU-Vizeparteichef helfen, seine rosarote Russland-Brille abzulegen. No chance. Leider #StefanCornelius @SZ https://t.co/WZA2bjZK9G pic.twitter.com/BRy1BEvRfT
— Andrij Melnyk (@MelnykAndrij) August 28, 2022
Michael Kretschmer: Auch miteinander reden, wenn man verfeindet ist
„Sie sind unerwünscht. Punkt“, fügte der Botschafter hinzu. Melnyk reagierte damit auf Äußerungen des sächsichen Regierungschefs in der ZDF-Sendung Markus Lanz vom Mittwoch. Darin hatte Kretschmer gesagt, es sei wichtig, dafür „einzutreten, dass dieser Krieg eingefroren werden muss, dass wir einen Waffenstillstand brauchen, dass wir Verhandlungen brauchen, um diesen Krieg zu beenden“. Das erlebe er allerdings „in der öffentlichen Debatte sehr wenig“.
Kretschmer verurteilte in der Sendung mit Blick auf den von Kreml-Chef Wladimir Putin befohlenen Einmarsch in die Ukraine „dieses furchtbare Verbrechen“. „Russland darf den Krieg nicht gewinnen, das ist absolut richtig“, betonte der CDU-Politiker. Es dürfe aber bei diesem Krieg „nicht versucht werden, auf dem Schlachtfeld entschieden zu werden, weil das solche schlimmen Folgen haben könnte für uns alle“.



