Konflikte

Kosovo: Unruhen und heftige Tumulte nach Bürgermeisterwahl

Der Nord-Kosovo ist überwiegend von Serben bewohnt. Sie erkennen die neuen vier Bürgermeister nicht an. Deshalb kommt es aktuell zu Ausschreitungen.

Zwischen Serben und der kosovarischen Polizei kommt es seit Freitag zu Auseinandersetzungen. 
Zwischen Serben und der kosovarischen Polizei kommt es seit Freitag zu Auseinandersetzungen. Pixsell/Imago

Nach der Vereidigung neu gewählter Bürgermeister im serbisch bevölkerten Norden des Kosovos ist es zu Unruhen gekommen. Beim Gemeindeamt im Dorf Zvecan trieb die kosovarische Polizei am Freitag serbische Demonstranten auseinander, die verhindern wollten, dass der neue Bürgermeister sein Amt antritt. Dabei setzten die Beamten Tränengas und Blendgranaten ein, wie örtliche Medien berichteten. Gewalttätige Protestteilnehmer fackelten ein Polizeiauto ab.

Die Bürgermeister in den vier nordkosovarischen Gemeinden wurden in den letzten Tagen vereidigt. Die Serben hatten deren Wahl im Vormonat boykottiert. Die Wahlbeteiligung lag deshalb bei nur 3,5 Prozent. Die neuen Bürgermeister in dem fast ausschließlich von Serben bewohnten Gebiet kommen von albanischen Parteien. Im Rest des Kosovos leben fast ausschließlich Albaner.

Grund für die Unruhen: Serbien erkennt den Kosovo nicht an

Zum Boykott der jüngsten Bürgermeisterwahl hatten die von der Regierung in Serbien gelenkten Wortführer der Kosovo-Serben aufgerufen. Belgrad findet sich mit der 2008 erklärten Unabhängigkeit des Landes nicht ab und verlangt seine Rückgabe.

Die Führung in der Hauptstadt Pristina machte für die Unruhen am Freitag Belgrad verantwortlich. „Die illegalen und kriminellen Strukturen Serbiens im Nord-Kosovo erhielten die Order, die Lage vor Ort zu eskalieren“, schrieb Blerim Vela, der Stabschef der kosovarischen Präsidentin Vjosa Osmani, auf Twitter.