Krieg

Ukraine fordert von Deutschland Marschflugkörper Taurus

Die von Russland angegriffene Ukraine will, dass Deutschland den Marschflugkörper Taurus schnell liefert. Er passt perfekt auf Kampfflugzeuge vom Typ F16. 

Ein Kampfflugzeug der Bundeswehr
Ein Kampfflugzeug der BundeswehrBritta Pedersen/dpa

Die Ukraine hat Deutschland einem Zeitungsbericht zufolge um die Lieferung des deutschen Marschflugkörpers vom Typ Taurus gebeten. Wie die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung berichtet, bestätigte das Bundesverteidigungsministerium die Anfrage aus der Ukraine.

Ob der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj persönlich diese Bitte an Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gerichtet hat, was Informationen der Zeitung nahelegten, wollte ein Sprecher der Bundesregierung der FAS zufolge nicht kommentieren.

Marschflugkörper finden ihre Ziele selbstständig, können Radar umfliegen

Taurus-Marschflugkörper haben eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern. Sie werden von Kampfflugzeugen abgeworfen und finden ihre Ziele selbstständig. Der Lenkflugkörper kann Radar unterfliegen. Er gilt als wirksame Waffe gegen geschützte Ziele wie Kommandobunker oder Munitionsdepots.

Im Gespräch mit der FAS befürworteten die Außenpolitiker Roderich Kiesewetter (CDU) und Michael Roth (SPD), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, dass Deutschland die Lieferungen von F16-Kampfjets durch die USA an die Ukraine aktiv unterstützt, etwa durch Ausbildung. Kiesewetter sagte demnach, zur Bewaffnung der F-16 könne Berlin durch Taurus beitragen. Fachleute hätten ihm versichert, es sei keine „Raketenwissenschaft“, den deutschen Marschflugkörper an die amerikanische F-16 anzupassen.

Roth und Kiesewetter begründeten ihre Forderung mit den erheblichen Verlusten der ukrainischen Luftwaffe seit dem Beginn der russischen Invasion. Die Zeitung beruft sich auf US-amerikanische Angaben, nach denen die Ukraine schon zu Beginn dieses Jahres 60 ihrer 145 Kampfflugzeuge verloren hat.