Ukraine-Krieg

Russland stoppt Pläne für Referendum in Cherson

Die Vorbereitungen für das Referendum über eine Zugehörigkeit zu Russland in der besetzten Region hatten bereits begonnen. Doch nun soll eine „Pause“ eingelegt werden.

Schäden an einer Brücke in der ukrainischen Region Cherson
Schäden an einer Brücke in der ukrainischen Region ChersonImago/Valery Sturit/TASS

Die Vorbereitungen für das Referendum in der von Russland besetzten ukrainischen Region Cherson zur Eingliederung in russisches Staatsgebiet werden unterbrochen. Hintergrund sei die Sicherheitslage, berichtet die staatliche russische Nachrichtenagentur TASS. Die Vorbereitungen für die Abstimmung hätten bereits begonnen, sagte am Montag der Chef der prorussischen Behörden, Kirill Stremusow, im Fernsehen. „Aber angesichts der aktuellen Entwicklungen glaube ich, dass wir im Moment eine Pause einlegen werden.“

Zuvor hatte die Ukraine Fortschritte bei ihrer Gegenoffensive in der Region gemeldet. Nach Angaben des Südkommandos eroberten die ukrainischen Soldaten mehrere Gebiete zurück und zerstörten unter anderem ein Munitionsdepot, eine Pontonbrücke und ein Kontrollzentrum der russischen Armee.

Die Region Cherson mit ihrer gleichnamigen Hauptstadt am Ufer des Dnipro grenzt an die 2014 von Russland annektierte Schwarzmeerhalbinsel Krim. Als erste Großstadt der Ukraine war Cherson Anfang März kurz nach Beginn der russischen Offensive von der russischen Armee eingenommen worden. Die Region ist für die Landwirtschaft von zentraler Bedeutung und wegen ihrer Nähe zur Krim auch strategisch wichtig.