Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei Gesprächen mit Unterhändlern von US-Präsident Donald Trump für eine Waffenruhe über Ostern geworben. „Eine Pause zu Ostern könnte ein Signal sein, dass Diplomatie funktionieren kann“, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft.
An der Videoschalte nahmen nach Angaben Selenskyjs der US-Sondergesandte Steve Witkoff, Trumps Schwiegersohn Jared Kushner sowie der republikanische Senator Lindsey Graham teil. Auch Nato-Generalsekretär Mark Rutte war demnach zugeschaltet. Selenskyj bezeichnete die Gespräche als „positiv“.
Arbeit an Sicherheitsgarantien vereinbart
Auf der Plattform X schrieb der Präsident, die Ukraine schätze „jeden Einsatz Amerikas, einen würdigen Frieden zu schaffen“. Man habe vereinbart, in den kommenden Tagen weiter an einem Dokument über Sicherheitsgarantien zwischen den Vereinigten Staaten und der Ukraine zu arbeiten. „Das ist, was den Weg zu einem zuverlässigen Ende des Krieges bahnen kann“, so Selenskyj.
Kiew hatte vorgeschlagen, die Angriffe auf Energieinfrastruktur auf beiden Seiten über die Osterfeiertage auszusetzen. Das orthodoxe Osterfest fällt in diesem Jahr auf den 12. April.
Der Kreml hat die Initiative bereits zurückgewiesen. Stattdessen griff Russland nach ukrainischen Angaben erneut Ziele im ganzen Land an. Selenskyj sprach von mehr als 700 eingesetzten Drohnen, die unter anderem Regionen im Westen der Ukraine trafen. Russland reagiere auf das Angebot mit weiteren Angriffen auf Energieanlagen und zivile Infrastruktur.
USA richten Fokus stärker auf Iran-Konflikt
Nach Darstellung Selenskyjs dienen die Gespräche mit den USA auch dazu, den Stand der Friedensbemühungen auszuloten und die Möglichkeit eines weiteren Treffens mit Russland zu prüfen. Fortschritte bei den von den USA vermittelten Verhandlungen blieben zuletzt aus. Die Trump-Regierung richtet ihre Aufmerksamkeit verstärkt auf den Konflikt mit dem Iran, während Russland weiter weitreichende Gebietsansprüche stellt.
Selenskyj betonte erneut, dass die Ukraine keinem Abkommen zustimmen werde, das ihre Interessen untergrabe. Zugleich warf er den USA vor, Sicherheitsgarantien an einen Rückzug ukrainischer Truppen aus dem Donbass geknüpft zu haben. US-Außenminister Marco Rubio wies diese Darstellung zurück und sprach von einer falschen Behauptung.
Vor den Gesprächen mit den US-Vertretern hatte sich Selenskyj nach eigenen Angaben mit dem britischen Premierminister Keir Starmer abgestimmt. Dabei habe er erneut für die Oster-Waffenruhe geworben und Unterstützung aus Washington eingefordert. Russland zeige derzeit „keinerlei Bereitschaft“ zu einem Kurswechsel, schrieb Selenskyj.


